Süle, Sané und Raum
Süle, Sané und Raum
  • Die Köpfe von Niklas Süle, Leroy Sané und David Raum (v.l.n.r.) gingen nach dem Spiel gegen Costa Rica nach unten.
  • Foto: Imago / Shutterstock

DFB-Generation ohne Gier: Ist mit denen nichts zu holen?

„Die letzte Gier, dieses etwas Dreckige – das fehlt uns.“ Antonio Rüdigers Worte nach dem WM-Aus hallten nach. Und vermutlich sprechen sie den meisten Fans in Deutschland aus der Seele. Denn genau diesen Eindruck vermittelte das DFB-Team auch im letzten Gruppenspiel gegen Costa Rica (4:2). Dabei wird man den Eindruck nicht los, dass Rüdiger vor allem die mit reichlich Talent gesegnete, aber im Deutschland-Trikot unter ihren Möglichkeiten bleibende Generation der Jahrgänge 1995 und 1996 meinen könnte.

Diese insgesamt acht Spieler umfassende Gruppe sollte eigentlich die Nachfolge-Generation der Brasilien-Weltmeister werden. Leroy Sané, Serge Gnabry, Niklas Süle, Joshua Kimmich und Leon Goretzka insbesondere bei diesem Turnier. Lukas Klostermann, Thilo Kehrer und Julian Brandt gehören ebenfalls zu diesen beiden Jahrgängen – auch der verletzt zu Hause gebliebene Timo Werner. In ihren Vereinen sind sie meist prägende Figuren, im DFB-Umfeld bekommen sie ihre PS nur selten auf die Straße.

Die Chancen auf den großen Wurf mit dem Kern des DFB-Kaders schwinden

Auch wenn es während des kurzen Katar-Turniers Lichtblicke gab wie Sanés Joker-Einsatz gegen Spanien oder Gnabrys erste 20 Minuten gegen Costa Rica, erhärtet sich der Eindruck, dass sich die Charaktere bei all ihrem Talent vielleicht ein stückweit zu ähnlich sind. Auch andere, noch jüngere Spieler wie Kai Havertz schaffen es trotz besonderer Fähigkeiten und teils starker Leistungen in ihren Vereinen nicht, die deutschen Fans in ihren Bann zu ziehen.


MOPO

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Spielern wie Leon Goretzka, der in vielen Phasen wie eine Ausnahme dieser Gruppe wirkt, ist dabei durchaus bewusst, dass sie sich auf dem Gipfel ihrer Schaffenskraft befinden. Bei der WM in vier Jahren, die in den USA, Mexiko und Kanada stattfinden wird, sind Goretzka und Co. 30, 31 Jahre alt. Kein Alter für einen Fußballer, ohne Frage, aber die Chancen auf den ganz großen Wurf mit der Nationalmannschaft schwinden.

Und anders als der Vorgänger-Generation um Schweinsteiger, Lahm und Podolski fehlt dem größten Altersblock beim DFB-Team ein Turnier in der Vita, das die Hoffnung wecken könnte, es auch im fortgeschrittenen Alter noch zu schaffen. Auch der Kern der Rio-Weltmeister hatte die 30 beim Titelgewinn überschritten.

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Klar ist: Die DFB-Stars der Jahrgänge 1995 und 1996 sind die Spieler, auf die ein Bundestrainer weiterhin bauen muss. Vielleicht kommt die Gier ja auch erst mit dem Alter. Es ist zu hoffen.

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