• Hamburgs Leif Tissier setzt sich gegen zwei Spieler des Wilhelmshavener HV durch (hier bei einem Duell im April 2019).
  • Foto: imago images/Dreisicht

Vier Punkte Abzug, drei Spieler weg!: Hamburgs Handballer wollen bei Chaos-Klub siegen

Mit reichlich Rückenwind reisen Hamburgs Handballer heute an die Nordseeküste. Beim Wilhelmshavener HV ist es seit Wochen stürmisch – Katastrophenalarm inklusive. Mächtig Wirbel gab es auch an den beiden Tagen vor dem Duell gegen Hamburg. Heute geht es um zwei Punkte, am Freitag verlor der WHV gleich vier – und hielt zugleich die Spielklasse.

Es ist eine ziemlich verrückte und für den HSVH gefährliche Gemengelage in Wilhelmshaven, die die Aufgabe erschweren könnte (19.30 Uhr, Sportdeutschland.TV).

Handball: Hamburg-Gegner Wilhelmshaven mit Punktabzug

Gut 30 Stunden vor dem Spiel vermeldete der Gegner, dass die Zukunft im Unterhaus gesichert ist, nachdem der Liga-Verband HBL unmittelbar zuvor dem Wechsel des wirtschaftlichen Trägers zugestimmt hatte – verbunden aber mit dem Abzug von vier Punkten am Saisonende. Dennoch ist es eine gute Nachricht für den gebeutelten Klub.

Dieser existenzielle Befreiungsschlag könnte bei den Gastgebern sportlich zusätzliche Kräfte frei setzen, um sich gegen den Favoriten gleich zwei der besagten vier Zähler quasi zurückzuholen.

Hamburg-Gegner: Neue Lizenz, aber Torbrügge, Schwolow und Bojanovic weg

Am Donnerstag wiederum hatten den WHV mit Nils Torbrügge, Tobias Schwolow und Vladimir Bojanovic drei Spieler im Zuge der Umwälzungen verlassen, am Freitag wurde Miro Schluroff (Füchse Berlin) per Leihe verpflichtet.

„Angesichts der ganzen Nebenkriegsschauplätze und Nebengeräusche sind wir gut beraten, uns ganz auf uns und das, was auf dem Spielfeld passiert, zu konzentrieren“, betont HSVH-Trainer Torsten Jansen, dessen Team beflügelt vom beeindruckenden Sieg in Lübbecke heute nachlegen will.

Wilhelmshavener HV: U-Haft für Geschäftsführer, Betrugsvorwurf, Insolvenz

Beim WHV herrscht seit drei Monaten Ausnahmezustand, nachdem im September der damalige Geschäftsführer und Hauptsponsor Maik Menninga in Untersuchungshaft genommen worden war.

Menninga soll mit seiner Vermögensberatungs-Firma Anleger um insgesamt 2,5 Millionen Euro betrogen haben. Beim alten wirtschaftlichen Träger des Vereins läuft seit Anfang Dezember das Insolvenzverfahren.

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Geht es nach dem Willen des HSVH, beginnt für Wilhelmshaven der Neustart mit einer sportlichen Pleite.

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