Tennisspielerin Peng Shuai
  • Im Internet kursieren Bilder einer glücklichen Peng Shuai – doch sind die Aufnahmen echt?
  • Foto: imago/Xinhua

Chinesischer Tennis-Star nach Übergriffs-Vorwürfen verschwunden

Die chinesische Tennisspielerin Peng Shuai hat Zhang Gaoli (75), den ehemaligen Funktionär der Kommunistischen Partei (KP) beschuldigt, sie zum Sex gezwungen zu haben. Die beiden führten 2011 eine kurze Beziehung, im Jahr 2018 soll es dann zu dem Vorfall gekommen sein.

Nun berichtet die „Daily Mail“, dass die 35-Jährige, die in der Weltrangliste einst auf Platz 14 geführt wurde, verschwunden sei. Niemand wisse, wo sie sich momentan aufhalte – ob die Regierung etwas mit dieser Situation zu tun hat, sei unklar.

Peng Shuai beschuldigt Zhang Gaoli des sexuellen Übergriffs

Es wurde chinesischen Medien verboten, darüber zu berichten, heißt es. Die Wimbleton-Siegerin von 2013 hatte zuvor im chinesischen Sozialen Netzwerk „Weibo“ geschrieben: „Warum hast Du mich zu Dir nach Hause gebracht, um mich zum Sex mit Dir zu zwingen? Ja, ich hatte keine Beweise, und es war einfach unmöglich, Beweise zu haben.“ Gemeint ist Zhang Gaoli, welcher von 2013 bis 2018 Vize-Premier sowie von 2012 bis 2017 Mitglied im Ständigen Ausschuss des Politbüros war. Sie habe nie gemeinsame Aufnahmen oder Ähnliches gemacht, da der Funktionär ihr dies verboten habe – die Affäre sollte geheim bleiben. Nicht einmal ihrer eigenen Mutter habe Peng Shuai damals davon erzählt. Lediglich die Frau Zhang Gaolis habe über die Treffen Bescheid gewusst und diese stets gedeckt. Weiter heißt es in ihrem Bericht: „Ich konnte nicht beschreiben, wie angewidert ich war und wie oft ich mich fragte, ob ich noch ein Mensch bin? Ich fühle mich wie eine wandelnde Leiche. Jeden Tag habe ich gespielt…“


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Nach nur 20 Minuten war ihr Post bereits zensiert und nicht mehr lesbar. Da die Debatte trotzdem nicht aufhörte, verbot Weibo sogar das Schlagwort „Tennis“. Wenig später war der private Account der Sportlerin, die in der Tennis-Weltrangliste auf Platz 281 zurückgefallen ist, weil sie seit Februar kein Match mehr absolviert hat, nicht mehr zu finden, ihr Name konnte von anderen Nutzern nicht mehr gesucht werden. Auch war es Nutzern der Plattformen „WeChat“ und „QQ“ nicht möglich, sich gegenseitig Screenshots von dem Posting zu schicken.

Frauenrechtler befürchten schlimme Konsequenzen für Peng Shuai

Für die chinesische Regierung kam diese Anschuldigung zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Am Montag will das Zentralkomitee der Partei zusammenkommen, um die Macht des Staats- und Parteichefs Xi Jinping weiter zu festigen.

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Nur wenige Frauen haben sich bisher der „#MeToo“-Bewegung angeschlossen, erstmals wurde dabei ein Politiker beschuldigt. Chinesische Frauenrechtler:innen befürchten schlimme Konsequenzen für Peng Shuai.

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