Niklas Kaul mit Partnerin Mareike Rösing
Niklas Kaul mit Partnerin Mareike Rösing
  • Niklas Kaul mit Partnerin Mareike Rösing
  • Foto: imago/Future Image

Alexander Zverev entthront: Das sind Deutschlands „Sportler des Jahres“

Während Lionel Messi und Argentinien sich in Katar zum Weltmeister gekrönt haben, hat Deutschland gewählt und die „Sportler des Jahres“ gekürt. Zwei Leichtathleten und ein Bundesligist räumen ab.

Die Leichtathletik-Europameister Gina Lückenkemper und Niklas Kaul sowie das Team von Eintracht Frankfurt sind Deutschlands „Sportler des Jahres“ 2022“. Die Sprinterin und der Zehnkämpfer wurden bei der zum 76. Mal ausgetragenen Sportjournalistenwahl für ihre ebenso emotionalen wie erfolgreichen Auftritte bei den Europameisterschaften in München belohnt, der Fußball-Bundesligist für den sensationellen Triumph in der Europa League.

Vergabe ohne Corona-Beschränkungen – Lückenkemper jubelt

Die Gewinner wurden am Sonntag bei der Gala im Kurhaus von Baden-Baden geehrt. Nachdem es in den vergangenen beiden Jahren wegen der Corona-Pandemie erhebliche Einschränkungen gegeben hatte, war der Bénazetsaal mit rund 500 Gästen wieder voll besetzt.

Gina Lückenkemper (2 v.l.) und die deutsche Sprinter-Staffel der Damen WITTERS
Die deutsche Sprinter-Staffel der Damen.
Gina Lückenkemper (2 v.l.) und die deutsche Sprinter-Staffel der Damen

„Das Jahr hätte für mich persönlich gar nicht besser laufen können“, sagte Lückenkemper schon vor der Veranstaltung. „Ich muss mich manchmal immer noch kneifen. Es war der totale Wahnsinn.“ Die 25-Jährige verwies mit 1358 Punkten die zuletzt dreimal in Serie siegreiche Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo (863) auf Rang zwei. Dritte wurde Rodelerin Natalie Geisenberger (766), die bei den Olympischen Winterspielen in Peking Gold im Einzel und Team holte und mit insgesamt sechs Triumphen zur erfolgreichsten deutschen Winter-Olympionikin avancierte.

Lückenkemper war bei der EM in 10,99 Sekunden zu Gold über 100 Meter und danach auch mit der 4×100-Meter-Staffel zum Titel gerannt – obwohl sie sich beim Zieleinlauf im Einzel mit den Spikes ihrer Laufschuhe selbst am Knie verletzt hatte. Die Risswunde musste damals noch in der Nacht mit acht Stichen genäht werden. Doch das Missgeschick geriet schnell zur Nebensache. „Ich habe mich schon gefühlt wie ein kleiner Rockstar“, hatte Lückenkemper nach ihrem Gold-Sprint über den Applaus der Fans im Münchner Olympiastadion gesagt.

Niklas Kaul wird Europameister im Zehnkampf – Vinzenz Geiger wird Zweiter

Am gleichen Tag hatte kurz zuvor schon Zehnkampf-Ass Kaul die Arena zur Party-Zone werden lassen. Mit einem Sturmlauf im abschließenden 1500-Meter-Rennen schnappte der Mainzer dem bis dahin führenden Schweizer Simon Ehammer noch den Titel weg und feierte seinen zweiten großen Triumph nach WM-Gold 2019.

„Der WM-Titel ist drei Jahre her, dazwischen lief nicht richtig viel zusammen“, räumte er nach dem EM-Triumph ein.
Die Energieleistung in München – nach acht von zehn Wettbewerben hatte Kaul noch auf Rang sieben gelegen – brachte ihm bei der Umfrage mit 1256 Punkten zum zweiten Mal den Sieg. Schon vor drei Jahren war Kaul geehrt worden.

Platz zwei bei den Männern ging an Vinzenz Geiger (871). Der Nordische Kombinierer war bei den Olympischen Winterspielen in Peking mit einem unvergesslichen Antritt am letzten Anstieg zu Gold im Einzel-Wettbewerb gestürmt. Dritter wurde Deutschlands Top-Schwimmer Florian Wellbrock (761). Der 25-Jährige war von der Weltmeisterschaft mit fünf Medaillen (zweimal Gold) zurückgekehrt. Im vergangenen Jahr hatte noch Alexander Zverev den Titel „Sportler des Jahres“ bekommen.

Eintracht Frankfurt ist „Mannschaft des Jahres“ – DFB-Frauen auf Platz zwei

Spannender ging es bei den Mannschaften zu, wo sich Eintracht Frankfurt mit 975 Punkten vor der Leichtathletik-Sprintstaffel der Frauen (895) durchsetzte. Platz drei ging an die deutschen Fußballerinnen (828), die bei der Europameisterschaft im Sommer begeistert hatten und erst im Endspiel von Gastgeber England gestoppt worden waren.

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Der hessische Fußball-Bundesligist hatte im Mai in einer magischen Fußball-Nacht in Sevilla durch einen Sieg im Elfmeterschießen gegen die Glasgow Rangers die Europa League gewonnen. „Ich feiere jetzt bis Samstag durch und am Sonntag gehe ich in Urlaub“, hatte Eintracht-Trainer Oliver Glasner danach verkündet. (dpa)

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