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Südafrika gegen Neuseeland bei der Rugby-WM
  • Bei der Rugby-WM (wie hier zwischen Südafrika und Neuseeland) geht es heiß er.
  • Foto: imago/Inpho Photography

Experten schlagen Alarm: Wird bei der Rugby-WM die Gesundheit der Spieler ignoriert?

Neurowissenschaftler William Stewart hat dem Rugby-Weltverband vorgeworfen, bei der Ausweitung der WM und der Einführung weiterer Wettbewerbe die Gesundheit der Spieler außer Acht zu lassen. „Das ist definitiv der komplett falsche Weg. Durch mehr Spiele werden nur mehr Gelegenheiten für Schläge gegen den Kopf und Gehirnverletzungen geschaffen”, sagte Stewart, Professor für Neuropathologie an der University of Glasgow und der University of Pennsylvania, dem „Spiegel“.

„Die Spieler werden dabei ausgenutzt und mit Problemen zurückgelassen, mit denen sie dann in 20 bis 30 Jahren konfrontiert werden“, kritisierte er. Für World Rugby habe nicht das Wohlergehen der Spieler die oberste Priorität, sondern die Finanzen. Die nächste WM 2027 wird von 20 auf 24 Teilnehmer aufgestockt, zudem soll ab 2026 alle zwei Jahre die Nations League ausgespielt werden.

Keine Alternative: „Müssen Zahl der Spiele reduzieren“

Stewart forderte vor dem Endspiel der Rugby-WM an diesem Wochenende, dass in dem Sport schnellstmöglich Maßnahmen ergriffen werden müssten, um die Gesundheit der Spieler zu schützen. „Ohne Veränderungen hat Rugby keine Zukunft. Wir müssen die Belastung verringern und die Zahl der Spiele reduzieren“, sagte er. Ein Faktor seien die „Tausenden kleinen Schläge gegen den Kopf, die Rugby- und Footballspieler im Laufe ihres Lebens abbekommen“. Eine Möglichkeit wäre häufigeres Training ohne Körperkontakt.

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Der Experte und sein Team hatten festgestellt, dass Rugby-Spieler wie Footballer ein erhöhtes Risiko für chronische Gehirnschäden haben. Die Wissenschaftler untersuchten 31 Gehirne von Rugby-Spielern, in 21 wurde die neurodegenerative Krankheit CTE (chronische traumatische Enzephalopathie), eine seltene Form der Demenz, festgestellt. „Mit jedem Karrierejahr stiegt das Risiko, CTE zu entwickeln, um 14 Prozent“, sagte Stewart.

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Zuletzt hatten sich zahlreiche Rugbyspieler und einige Fußballer zu einer Sammelklage gegen die Dachverbände zusammengeschlossen. Sie behaupten, während ihrer aktiven Zeit Hirnverletzungen erlitten zu haben und beklagen, dass sie die Verbände nicht ausreichend vor Schlägen gegen den Kopf geschützt hätten. In einem ähnlichen Fall hatte die nordamerikanische Football-Profiliga NFL 2013 765 Millionen Dollar (rund 700 Millionen Euro) gezahlt, nachdem tausende ehemalige Spieler geklagt hatten. (dpa/lmm)

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