Thomas Dreßen
Thomas Dreßen
  • Thomas Dreßen stürzte bei der legendären Abfahrt in Kitzbühel.
  • Foto: Witters/GEPA pictures

„Depp“ Dreßen stürzt auf legendärer Streif – und attackiert die Jury in Kitzbühel

Dominator Aleksander Aamodt Kilde gewinnt souverän die zweite Abfahrt in Kitzbühel. Thomas Dreßen stürzt und ist sauer. Romed Baumann fährt stark.

Thomas Dreßen pfefferte verärgert seinen Helm in den Schnee, die gute Laune der vergangenen Tage war erst mal dahin. Beim zweiten Abfahrtsrennen in Kitzbühel schied der Sieger von 2018 nach einem glimpflich verlaufenen Sturz aus, im Ziel angekommen konnte er den Frust darüber nicht verbergen. „Da bist im ersten Moment halt einfach nur sauer, weilst dich halt hingelegt hast, weilst halt einfach so a Depp bist“, sagte er. Am Vortag war Dreßen ein gut gelaunter 13. gewesen.

Baumann und Ferstl überzeugen in Kitzbühel

Grund zur Zufriedenheit hatten dagegen zwei Mannschaftskollegen. Romed Baumann als starker Achter und Josef Ferstl als respektabler Elfter rehabilitierten sich auf der gefährlichen Streif bei extrem schwierigen Bedingungen mit anhaltendem Schneefall für die miserable Vorstellung am Vortag mit den Rängen 32 und 49. „Die Fahrt war ein bisschen mehr am Limit und deswegen passt das Ergebnis“, erklärte Baumann. Andreas Sander wurde 19., keine Punkte holte Dominik Schwaiger (37.).


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Nicht zu bremsen, weder vom Neuschnee noch von der eingeschränkten Sicht oder seinem Handbruch, war Aleksander Aamodt Kilde. Am Freitag war der Norweger nur knapp einem kapitalen Sturz entgangen, am Samstag fuhr er wie so oft in einer eigenen Liga.

67 Hundertstelsekunden trennen Kilde von der Konkurrenz

„Gewaltig, das ist sicher einer meiner größten Siege“, sagte er über seine schon fünfte Triumphfahrt in dieser Saison. Satte 0,67 Sekunden lag Kilde vor dem mittlerweile 42 Jahre alten Olympiazweiten Johan Clarey aus Frankreich, 0,95 Sekunden vor Travis Ganong aus den USA.

Dreßen waren bereits im Steilhang zwei Fehler unterlaufen, die Zeit wollte er dann nach dem flachen „Geschöss“ in der „Alten Schneise“ wettmachen – aber: „Die Bodensicht war gleich null, du siehst die Schläge nicht, du willst riskieren, und auf einen Schlag bist halt dann dahin“, sagte er. Beim Sturz fiel Dreßen auf seine vorgeschädigte und operierte Hüfte. „Natürlich gibt’s was Besseres, die tut mir eh schon weh“, sagte er, betonte aber: „Des geht scho, is ned schlimm, des bassd scho.“

Dreßen kritisiert Kitzbüheler Rennjury

Sauer war Dreßen freilich nicht nur auf sich, zusätzlich missfiel ihm, wie die Rennjury auf die Bedingungen reagierte. Sie habe ohne vorherige Rücksprache mit den Fahrern an einem Start von ganz oben festgehalten. „Wir Athleten werden vor vollendete Tatsachen gestellt. Das ist nicht mehr zeitgemäß“, sagte er. Darüber hinaus bemängelte Dreßen, dass einige Stellen auf der Streif nicht mit der blauen Lebensmittelfarbe markiert waren – sie soll bei schlechter Sicht helfen.

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Keine Probleme hatte damit Beat Feuz. Der 35 Jahre alte ehemalige Weltmeister und Olympiasieger fuhr am Samstag unter dem Jubel von rund 30.000 Zuschauern das 217. und letzte Rennen seiner Karriere und wurde 16. „Unglaublich, was er über die Jahre auf der Abfahrt gezeigt hat. Sportlich wie menschlich war er einer der Besten“, sagte der zwei Jahre ältere Baumann und bekannte: „Ich habe fast eine kleine Träne im Auge gehabt als er abgeschwungen hat, weil er einfach so ein feiner Kerl ist.“ (sid/nswz)

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