Annika Schleu auf Saint Boy
Annika Schleu auf Saint Boy
  • Seit Olympia steht Annika Schleu in harter Kritik.
  • Foto: dpa/picture alliance

Reit-Skandal bei Olympia: Schleu ist sich keiner Tierquälerei bewusst

Die Bilder des Auftritts von Annika Schleu auf Saint Boy bei den Olympischen Spielen gingen um die Welt. Die deutsche Fünfkämpferin versuchte nervös, das ihr zugeloste Pferd mit der Gerte anzutreiben. Dabei ist ihr Gesicht von Tränen überströmt. Nun sprach die 31-Jährige mit der „Zeit“ über ihren Höllenritt und die Folgen.

Schleu will künftig etwa auf ihre Social-Media-Aktivitäten verzichten. „Die vergangenen Tage waren für mich in mehrfacher Hinsicht schockierend. Der Hass, der mir in den sozialen Medien begegnet ist, hat allerdings die Enttäuschung über die verpasste Medaille überlagert“, sagte die 31-Jährige. „Ich bin fast so weit zu sagen, es ist mir wichtiger, das mental zu bewältigen, als Sponsoren zu generieren. Ich will mich nicht diesem Hass aussetzen müssen. Wenn man einmal so etwas erlebt hat wie ich, ist es sehr schwer, sich davon zu erholen.“

Annika Schleu äußert sich zu Olympia-Drama im Reiten

Vermehrt wurde Schleu Tierquälerei vorgeworfen. Gegen diese Vorwürfe wehrt sich die Olympia-Athletin nun erneut. „Ich habe das Pferd nicht extrem hart behandelt. Ich hatte eine Gerte dabei, die vorher kontrolliert wurde. Genauso wie die Sporen. Ich bin mir wirklich keiner Tierquälerei bewusst“, sagte sie. Sie bekannte aber auch, dass sie eventuell früher hätte sagen können, „okay, es hat einfach keinen Wert“.

Das könnte Sie auch interessieren: Nach Olympia-Skandal: So geht es Pferd „Saint Boy“

Nachdem ihr das Pferd Saint Boy zugelost wurde, merkte Schleu schnell, dass das ein schwerer Ritt werden würde. Zuvor hatte das Pferd bereits der Russin Gulnas Gubaidullina seinen Dienst verweigert. „Ich habe relativ schnell angefangen zu weinen. Ich war so angespannt, weil mir bewusst wurde, dass der Wettkampf vorbei sein könnte, bevor mein Reiten überhaupt angefangen hat. Die Sekunden, die dann verstrichen, haben sich für mich viel länger angefühlt, es war eine ausweglose, schwierige Situation für das Pferd und für mich. Und ich hatte schon im Kopf: Das hat wahrscheinlich keinen Sinn“, erzählte Schleu.

Ob sie nach ihren Olympia-Teilnahmen in London 2012, Rio de Janeiro 2016 und nun in Tokio auch an den Spielen in Paris teilnehmen wird, hatte Schleu bereits zuvor offen gelassen.

Email
Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp