Waldemar Sobota im Trainingsduell mit Mats Möller Daehli
  • Waldemar Sobota im Trainingsduell mit Mats Möller Daehli
  • Foto: WITTERS

Nach Transfer: Eingeweihter Sobota will nicht Möller-Daehli-Ersatz sein

Bei den Fans des FC St. Pauli ist es noch immer das Gesprächsthema Nummer eins: Der Abschied von Publikumsliebling Mats Möller Daehli. Die Mannschaft schaut nach vorne und will den sportlich wie menschlich schmerzlichen Verlust auffangen. Einer, der in der zweiten Saisonhälfte eine dominantere Rolle spielen möchte, ist Waldemar Sobota. Aber eines will „Waldi“ nicht sein: Ein Mats-Ersatz!

Er war auf alles vorbereitet. Man könnte sagen: eingeweiht. Für Waldemar Sobota kam der Wechsel seines Mittelfeld-Kompagnons zum belgischen Erstligisten KRC Genk und Ex-HSV-Trainer Hannes Wolf nicht aus heiterem Himmel.

Waldemar Sobota von Möller Daehlis Abgang nicht überrascht

„Überrascht war ich nicht mehr“, verrät der 32-Jährige auf MOPO-Nachfrage. „Ich habe kurz vor Weihnachten schon mit Mats gesprochen. Es hat sich angedeutet, dass er vielleicht wechseln möchte.“

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Mit der Vergangenheit möchte sich Sobota nicht lange aufhalten. „Ich wünsche Mats nur das Beste“, sagt der Routinier und richtet den Blick pragmatisch nach vorne. „Es ist jetzt so, dass wir ohne Mats klarkommen müssen. Wir haben einen breiten Kader und können das als Mannschaft regeln.“

Dennoch gilt Sobota neben Christopher Buchtmann als Spieler, der den Verlust des lauffreudigen Norwegers und besten Tor-Vorbereiters der Kiezkicker (sieben Assists), der zentral hinter den Spitzen wirbelte, kompensieren kann und soll.

Jos Luhukay wünscht sich von Sobota & Co. mehr Tore

Trainer Jos Luhukay wünscht sich von den Mittelfeldspielern mehr Abschlüsse, mehr Tore und auch mehr Präzision beim letzten Pass auf die Stürmer. „Im zentralen Mittelfeld fühle ich mich wohl“, sagt Sobota, der unter Luhukay in dieser Rolle zuletzt aufblühte, nachdem er in den Jahren zuvor zumeist auf der Außenbahn agiert hatte.

Sobota traut sich eine noch zentralere Rolle in der ersten Elf ohne Weiteres zu, sieht sich aber nach dem Abgang von Möller Daehli nicht explizit in der Pflicht.

Eines mag er in diesem Zusammenhang gar nicht hören: „Das Wort ‚Ersatz‘ ist nicht das richtige“, betont der Pole. Er sei schließlich ein gestandener Spieler, in dieser Saison, insbesondere in den letzten Wochen, Leistungsträger und habe einige Spiele an der Seite des Dauerbrenners Möller Daehli absolviert.

Sobota sieht Abgang von Möller Daehli nicht als Chance

Motivierter sei er jetzt nicht, wiegelt Sobota ab. „Dass Mats weg ist, pusht mich jetzt nicht. Ich empfinde es auch nicht als Chance.“ Vielmehr wolle er den Fokus auf sein eigenes Spiel legen, sich verbessern und verweist auf seine je zwei Treffer in Liga und Pokal.

Sobotas Tor-Quote (4 Treffer in 15 Pflichtspielen) ist deutlich besser als die des abgewanderten Blondschofes (1 Tor in 18 Pflichtspielen). In der zweiten Saisonhälfte wolle er weiter an seiner Torgefährlichkeit und dem finalen Pass arbeiten, kündigt er auf Nachfrage als persönliche Ziele an, um der Mannschaft zu helfen.

Sportchef Andreas Bornemann lobt Sobota

Die sportliche Leitung hofft auf eine weitere Leistungssteigerung bei Sobota. „Er hat auf einer neuen Position zuletzt gute Leistungen gebracht und scheint sich richtig wohl zu fühlen mit der Art Fußball, die Jos spielen lässt“, lobt Sportchef Andreas Bornemann Sobota gegenüber der MOPO. „Waldi tut dieser Mannschaft auch als Persönlichkeit gut.“

Aber wie lange noch?

Sobotas Vertrag läuft im Sommer aus. Im Mai wird er 33 Jahre alt. Vertragsgespräche hat es noch nicht gegeben, berichtet der Rechtsfuß. „Das ist jetzt nicht der Zeitpunkt. Ich mache mir da keinen Druck.“

FC St. Pauli: Noch keine Verhandlungen mit Sobota über neuen Vertrag

Mehr als einen Einjahres-Kontrakt mit einer möglichen Option auf ein weiteres Jahr scheint angesichts seines Alters derzeit unrealistisch, auch wenn bei Sobota die Leistung derzeit absolut stimmt und sogar besser ist als in vielen Phasen der vergangenen Spielzeiten bei St. Pauli.

Dass der Verein längst mehr als ein Arbeitgeber ist, daraus macht Sobota keinen Hehl. „St. Pauli ist ein bisschen ein Teil von mir geworden.“ Er habe stets betont, sich beim Kiezklub wohl zu fühlen. „Natürlich kann ich mir vorstellen, dass ich hier weiter bleibe.“ Entscheidend werden die Vorstellungen beider Seiten zur Laufzeit sein.

Waldemar Sobota: „St. Pauli ist ein Teil von mir“

Sobota sieht die Sache entspannt. Er wolle gesund bleiben. Ich weiß, wenn ich topfit bin und meine leistung bringe, dann werde ich viele Spiele machen. Ich glaube an meine Stärke.“

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