Lewis Hamilton in Baku
  • Lewis Hamilton vor dem Rennen. Nach dem Grand Prix von Aserbaidschan kam der Rekordweltmeister kaum aus dem Auto.
  • Foto: AP

„Am Ende betet man nur noch“: Erschreckende Bilder von Hamilton

Weltmeister Max Verstappen hat sein Baku-Trauma überwunden und zieht nach dem nächsten Debakel für Charles Leclerc und Ferrari im Titelrennen der Formel 1 davon. Der Niederländer feierte am Sonntag einen ungefährdeten Sieg beim Großen Preis von Aserbaidschan und erstickte dabei auch die aufkommenden Diskussionen über seine Vormachtstellung bei Red Bull. Große Sorge gibt es um Lewis Hamilton.

Verstappen, der beim Stadtrennen am Kaspischen Meer zuvor nie das Podium erreicht hatte, feierte den fünften Saisonsieg vor seinem formstarken mexikanischen Teamkollegen Sergio Pérez. Auf den Plätzen drei und vier landete das britische Mercedes-Duo mit George Russell und Rekord-Weltmeister Lewis Hamilton. Letzterer kam nach dem Rennen in einem ständig hüpfenden Auto kaum aus dem Cockpit und humpelte sichtlich angeschlagen Richtung Box. Es waren erschreckende Bilder vom Rekordweltmeister. Teamchef Toto Wolff sprach bei Sky davon, dass es sich offenbar nicht um muskuläre Probleme, sondern Probleme mit den Knochen handeln könne.

Lewis Hamilton in Baku
Lewis Hamilton brauchte Hilfe, um nach dem Rennen aus dem Mercedes auszusteigen.

Lewis Hamilton muss aus dem Auto gezogen werden

Hamilton selbst erklärte wenig später: „Ich habe auf die Zähne gebissen. Am Ende betet man nur noch, dass es zu Ende ist“. Wolff entschuldigte sich am Boxenfunk bei Hamilton für die Probleme mit dem Auto. „Tut mir leid für den Rücken. Wir werden das lösen“, sagte Wolff.

Mercedes-Teamchef entschuldigt sich bei Hamilton

Das technische Problem entsteht durch die zu dieser Saison stark veränderten Fahrzeuge. Bei hoher Geschwindigkeit werden die Autos auf den Geraden so auf den Boden presst, bis diese kurz den Asphalt berühren und so wieder hoch gedrückt werden. Die Fahrer sind dabei häufigen Schlägen im Cockpit ausgesetzt.

Verstappen jubelt über Doppelsieg für Red Bull

„Heute war super, wir hatten eine gute Pace und konnten die Führung immer weiter ausbauen“, sagte derweil Verstappen über seine Gala: „Wir hatten auch etwas Glück mit den Ausfällen, aber es kann sich auch jederzeit wieder alles ändern.“ Pérez haderte ein wenig mit einem nicht ganz geglückten Boxenstopp: „Das war nicht ganz optimal, aber es ist ein gutes Ergebnis für das Team.“

Sainz und Leclerc scheiden mit technischen Defekten aus

Für Ferrari verwandelte sich eine vielversprechende Ausgangslage in das Worst-Case-Szenario: Carlos Sainz (10. Runde) sowie Pole-Setter und Titelaspirant Leclerc (21.) schieden mit technischen Defekten aus.
„Es ist ziemlich schwierig. Es ist sehr enttäuschend, mir fehlen die Worte. Wir müssen uns das sehr genau anschauen“, sagte Leclerc: „Es schmerzt.“ Die Roten warten trotz des wohl stärksten Motors im Feld seit über zwei Monaten auf einen Triumph. Letztmals siegte Leclerc in Australien.

Sebastian Vettel glänzt mit Platz sechs in Baku

Verstappen, dem der 25. Erfolg in der Königsklasse gelang, baute seinen Vorsprung in der Fahrer-WM aus. Der 24-Jährige führt nun mit 21 Punkten vor Pérez. Leclerc fiel mit 34 Zählern Rückstand auf den dritten Rang zurück.
Baku-Spezialist Sebastian Vettel fuhr trotz eines Fahrfehlers nach einem eigentlich gelungenen Überholmanöver in der 13. Runde sein bestes Saisonergebnis ein. Der Aston-Martin-Pilot belegte am Ende den sechsten Platz und erreichte damit erneut die Punkteränge.


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Mick Schumacher verpasste den erhofften Befreiungsschlag. Vom letzten Startplatz aus beendete er das Rennen zwar unfallfrei, für den ersten WM-Punkt seiner Formel-1-Karriere reichte die Aufholjagd als 14. aber längst nicht.
Die wachsende Kritik an seinen Leistungen – zuletzt auch öffentlich vorgetragen von Teamchef Günther Steiner – setzen dem Deutschen augenscheinlich zunehmend zu. Nach dem Qualifying wirkte Schumacher aufgewühlt, sprach davon, „genervt“ zu sein. Steiner klagte vor dem Start über eine „Spaltung von außen“. Die Lage bei Haas bleibt angespannt.

Leclerc hatte sich am Samstag souverän die sechste Pole der Saison gesichert. Da diese auf der überholfreundlichen Strecke in Baku allerdings weniger wert ist als auf anderen Kursen, war das längst kein Erfolgsgarant. Die dennoch gute Ausgangslage verspielte Leclerc allerdings bereits beim Start: Pérez zog vor der ersten Kurve innen vorbei, nur mit Mühe parierte Leclerc in den folgenden Runden die Attacken von Verstappen.
Der Ausfall von Sainz veränderte die Dynamik des Rennens. Leclerc kam bereits in der zehnten Runde in die Box und wechselte äußerst früh die harte Reifenmischung. Das Red-Bull-Duo blieb auf der Strecke, Pérez führte das Feld vor Verstappen an, gab seinen Platz fünf Runden später aber kampflos ab.

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Sämtliche taktische Überlegungen am Red-Bull-Kommandostand im Fernduell mit Leclerc erübrigten sich kurz darauf. Aus Leclercs Ferrari stieg Rauch auf, mit einem Motorschaden musste der Monegasse seinen Boliden abstellen. Seine bittere Pechsträhne setzte sich auch in Baku fort: Schon in Barcelona streikte die Technik, in Monaco kosteten Strategiefehler den ersehnten Heimsieg – trotz jeweiliger Pole-Position.
Verstappen kontrollierte das Rennen in der Folge an der Spitze und fuhr ungefährdet dem Erfolg entgegen. (mp/sid)

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