Jubelschrei: Andreas Wolff feiert eine seiner zehn Paraden. Nach 45 Minuten hatte er Feierabend und durfte sich schonen.
  • Jubelschrei: Andreas Wolff feiert eine seiner zehn Paraden. Nach 45 Minuten hatte er Feierabend und durfte sich schonen.
  • Foto: imago images/camera4+

Mit Wucht und Wolff!: Deutsche Handballer wie im Rausch – Olympia ganz nah

Im wichtigsten Spiel der letzten Jahre eine der besten Auftritte der letzten Jahre! Mit einer absoluten Gala-Vorstellung haben Deutschlands Handballer die Weichen in Richtung Tokio gestellt. Im zweiten Spiel des Olympia-Qualifikations-Turnier in Berlin fegte das DHB-Team den EM-Vierten Slowenien mit 36:27 (22:12) vom Parkett. Einer der Sieg-Garanten: Torhüter Andreas Wolff, der im richtigen Moment zu alter Stärke fand.

Das Ticket nach Tokio liegt auf dem Tisch, die deutsche Mannschaft muss nur noch zugreifen. Mit einem weiteren Sieg im dritten und letzten Spiel am Sonntag gegen Außenseiter Algerien (15.45 Uhr, ZDF live), das nur Formsache sein sollte, ist die Qualifikation perfekt.

Handball: Deutschland deklassiert Slowenien 

„Wir sind extrem nah dran, aber wir haben das Ticket noch nicht in der Tasche“, sagte Rückraum-Riese Julius Kühn, der ein starkes Spiel gemacht und sechs Tore bei sechs Versuchen zum Sieg beigesteuert hatte. „Wir machen uns keine Gedanken, dass vielleicht auch ein Punkt reichen könnte. Wir wollen natürlich auch das letzte Spiel gewinnen.“

Bundestrainer Alfred Gislason verspürte nach den absolut einseitigen 60 Minuten vor der Geister-Kulisse in der Max-Schmeling-Halle „eine große Erleichterung“, denn der Druck war enorm gewesen. Eine Niederlage hätte so gut wie sicher das Olympia-Aus bedeutet, was für den deutschen Handball eine Katastrophe gewesen wäre.

Bob Hanning schwärmt nach DHB-Gala 

Seine Spieler hatten dem immensen Druck nicht nur standgehalten, sie hatten ihn in Energie umgewandelt. Slowenien war der Power an diesem Tag nicht gewachsen. Das Spiel war schon zur Pause entschieden.

„Eine der besten Halbzeiten, vielleicht sogar die beste, seit ich den Job mache. Absolut beeindruckend“, schwärmte DHB-Vizepräsident Bob Hanning, der seit 2014 im Amt ist.

Andreas Wolff: Starker Rückhalt hinter überragender Abwehr

Hinter der überragenden Abwehr lieferte Andreas Wolff bei seinem ersten Einsatz bei diesem Vierer-Turnier eine starke Vorstellung ab, wehrte zehn Würfe ab (37 Prozent) und durfte schon nach 45 Minuten beim Stand von 30:18 Feierabend machen – wie die anderen Stamm-Kräfte, die ebenfalls geschont wurden. Das sagt alles über die klare Überlegenheit der deutschen Mannschaft.

Hendrik Pekeler und Johannes Golla als neuer Innenblock

Besonders der neu formierte Innenblock mit Abwehrchef Hendrik Pekeler und Johannes Golla, der überraschend den Vorzug vor Patrick Wiencek erhalten hatte, agierte „großartig“, wie Gislason lobte. Ein Schachzug des Trainers, der voll aufging.

Das könnte Sie auch interessieren: Handball-Nationalspieler Pekeler übel beleidigt

Gleiches galt für die Entscheidung des Isländers, Linksaußen Marcel Schiller anstelle von Kapitän Uwe Gensheimer von Anfang an zu bringen.

Marcel Schiller glänzt und sticht Gensheimer aus

Der Göppinger, der beim 25:25 gegen Schweden am Freitag mit dem letzten Wurf den Punkt gerettet hatte, überzeugte auf ganzer Linie und war mit sieben Toren bester DHB-Torschütze.

In der Schlussviertelstunde kam Silvio Heinevetter (vier Paraden) zu seinem 200. Länderspieleinsatz. Johannes Bitter, der beim Auftakt gegen Schweden die erste Wahl gewesen war und sich dort eine Verletzung zugezogen hatte, konnte gegen Slowenien nicht spielen und fällt auch für die Partie gegen Algerien aus.

Johannes Bitter verletzt – noch keine Diagnose

Noch ist nicht klar, um welche Verletzung es sich bei Bitter, der im Sommer vom TVB Stuttgart zum Zweitliga-Spitzenreiter HSV Hamburg wechselt, handelt. Der DHB hält sich bedeckt. Untersuchung und genaue Diagnose stehen noch aus.

Email
Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp