Hockey-Nationalspielerin Lisa Altenburg (r.) zählt zu den prominenten Gesichtern der Kampagne.
  • Hockey-Nationalspielerin Lisa Altenburg (r.) zählt zu den prominenten Gesichtern der Kampagne.
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„Unhaltbarer Zustand“: Wie Hamburgs Sport weiblicher werden soll

Seit Jahren bescheren starke Frauen der Sportstadt Hamburg große Erfolge, sorgen für Glanz und sind Aushängeschilder mit bundesweiter und sogar internationaler Strahlkraft, wie Beachvolleyball-Queen und Olympiasiegerin Laura Ludwig. Dennoch sind Frauen und Mädchen im Hamburger Sport in der Spitze und an der Basis deutlich unterrepräsentiert – das soll sich endlich ändern. Dafür nimmt die Stadt eine halbe Million Euro in die Hand.

„Mehr von uns“ heißt die Kampagne, die jetzt offiziell gestartet worden ist. Das bedeutet: mehr Frauen und Mädchen in den Sportvereinen der Hansestadt. Oder wie es Innen- und Sportsenator Andy Grote griffig auf den Punkt bringt: „Der Hamburger Sport muss weiblicher werden.“


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Die Zahlen machen das Problem deutlich: 50,8 Prozent der Hamburger Bevölkerung sind weiblich – aber nur 34 Prozent der Sporttreibenden in den Vereinen der Hansestadt. In anderen deutschen Städten sieht es ähnlich aus. „Eine richtig schlechte Situation“ und ein „unhaltbarer Zustand“ sei das, betont Grote. „Daran müssen wir arbeiten.“

28 Projekte sollen künftig vom HSB unterstützt werden

Mit den 500.000 Euro, die die Stadt zur Verfügung stellt, werden unter anderem 28 bestehende Projekte des Hamburger Sportbundes (HSB) zur Förderung und Qualifizierung von Frauen und Mädchen im Sport unterstützt. Dabei geht es nicht nur um Sporttreibende, sondern auch um die Ausbildung von Trainerinnen oder Schiedsrichterinnen.

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„Es gibt zu wenig Trainerinnen, die auch die weiblichen Aspekte berücksichtigen können“, sagt Lisa Altenburg, Hockey-Ass und „Hamburgs Sportlerin des Jahres 2022“. Sie ist eines der prominenten Gesichter der neuen Kam­pagne, die am Montag vorgestellt wurde. Auch Sport-Moderatorin Christina Rann engagiert sich. Sie beklagt: „Wir haben im Sport zu wenig Frauen in Führungspositionen.“ Speziell im Hamburger Fußball sei „sehr, sehr viel zu tun“, sagt Rann. Dörte Kuhn, Vizepräsidentin des HSB, fordert: „Wir brauchen vielfältig besetzte Gremien und mehr Sichtbarkeit von Frauen im Hamburger Sport.“ Die neue Kampagne, die ab sofort auf 330 Litfasssäulen und in Kinos der Stadt beworben wird, ist ein Anfang.

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