HSV-Trainer Tim Walter
  • Große Glücksgefühle: HSV-Trainer Tim Walter durfte gegen Sandhausen seinen ersten Heimsieg dieser Saison bejubeln.
  • Foto: IMAGO/Eibner

HSV-Profis haben für das Derby einen Auftrag der Ultras

War das der Brustlöser für die gesamte HSV-Saison? Nach dem mitreißenden 2:1 gegen Sandhausen marschieren Tim Walter und seine Profis euphorisiert in die neue Woche. Gefühlswallungen, für die es keinen besseren Zeitpunkt geben könnte: Am Samstag wartet Werder Bremen! Es ist Derby-Zeit!

Vielleicht war das genau so ein Erlebnis, von dem sie später sagen werden, es sei der Schlüssel zu Größerem gewesen. Der Moment, als Moritz Heyers Geschoss im tiefroten Bereich der Nachspielzeit im Sandhäuser Netz landete. Als sich alles entlud, auf dem Rasen und den Rängen. Unterm Strich ein reiner Akt des Willens, dieser erste Heimerfolg der Saison.

Der HSV ging mit seinen Fans durch die Hölle

Glückliche Profis, ekstatisch jubelnde Fans. So lebendig wie am Samstagabend hat man den HSV schon lange nicht mehr erlebt. Einmal mehr bediente Walter mit seiner Art, Fußball spielen zu lassen, die großen Gefühle. Drückende Überlegenheit, aber viele ausgelassene Chancen. Dann doch die Führung (74.), aber ein überraschender später Ausgleich (87.). Entsetzen und Missmut im Volkspark – bis zum glücklichen Ende. Drama pur. „Alles in allem“, fasste Mittelfeldmann Jonas Meffert zusammen, „war das ein unglaublicher Abend.“

Alles in allem darf man festhalten, dass beim HSV weiterhin nicht alles Gold ist, was glänzt. In Überzahl gegen Sandhausen fast noch zwei Zähler liegen zu lassen, ist eines Aufstiegsaspiranten unwürdig. Unverkennbar aber ist, dass die Mannschaft Fortschritte macht. Defensiv agierte sie zuletzt in Heidenheim (0:0) und gegen Sandhausen über weite Strecken stabil. Einsatz und Laufwerte stimmen – kein Team der Liga marschiert mehr als der HSV (im Schnitt 118,43 km pro Spiel) und ist öfter am Ball. Klares Manko bleibt die Torausbeute. Samstag ließ Walters Team elf (!) Großchancen ungenutzt, in Heidenheim waren es sieben.

Ist der HSV bereit für das große Derby bei Werder Bremen?

Reicht das unterm Strich schon, um kommenden Samstag beim auch nervlich anspruchsvollen Topspiel an der Weser zu bestehen?


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Kaum ein Spiel könnte besser zur von Emotionalität und Lust geprägten Spielweise des HSV passen. Dreieinhalb Jahre lang pausierte das große Derby, die Fans fiebern ihm entgegen. Schon vor der Saison wiesen Teile der Ultras die Profis darauf hin, dass Siege gegen St. Pauli und Werder bedeutungsvoller als ein Aufstieg seien. Der erste Schuss dieser Saison ging für den HSV daneben, am Millerntor setzte es ein 2:3. Umso mehr stehen die Profis nun in der Pflicht.

Auf viele HSV-Profis wartet das größte Derby ihres Lebens

Den Heimfluch hat Walter gebannt. Knackt er auch Werder? „Die Jungs haben eine geile Mentalität“, so Sportvorstand Jonas Boldt nach dem Sandhausen-Spiel im Rausch der Gefühle. Die wird auch Samstag gefordert sein, wenn auf viele HSV-Profis das bislang größte Derby ihres Lebens ansteht.

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