Die anderen jubeln, der HSV leidet: In Aue erhielt der HSV den nächsten heftigen Nackenschlag.
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Nach Aue-Debakel: HSV: Krisentreffen der Bosse im Volkspark

Die bösen Geister sind zurück im Volkspark. Zwei Pleiten, die den HSV bis ins Mark erschütterten, öffneten ihnen die Tür. Erst die Derby-Schmach gegen St.Pauli (0:2), nun die 0:3-Blamage in Aue. Eine Horrorshow, die schlimmste Erinnerungen an das Vorjahr aufkommen lässt, als der HSV letztlich den Aufstieg verspielte. Ein Gedankengut, das die aktuelle Lage zusätzlich erschwert.

Er wird sich sehr gut überlegt haben, was er seiner Mannschaft sagen wollte. Dieter Hecking nahm sich am Sonntag alle Zeit dafür, erst 35 Minuten nachdem seine Profis die Trainingsplätze betreten hatten, marschierte auch der Coach auf den Rasen. Und dann sprach er Tacheles. Fast eine Viertelstunde lang redete der 55-Jährige energisch auf seine Profis ein, die Aufarbeitung der Klatsche von Aue hatte es in sich.

Um zu verdeutlichen, wie ernst die Lage ist, gesellte sich auch Sportvorstand Jonas Boldt dazu und lauschte Heckings Sätzen, deren Inhalt er natürlich zuvor schon kannte. Die Botschaft: Es reicht dann jetzt erstmal, das Zuckerbrot verschwindet bis auf weiteres im Schrank.

Dieter Hecking weiß, was die Stunde geschlagen hat. Der HSV braucht dringend Siege.

Dieter Hecking weiß, was die Stunde geschlagen hat. Der HSV braucht dringend Siege.

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HSV-Boss Hoffmann gibt Hecking Rückendeckung

Hecking weiß, was die Stunde geschlagen hat. Im Volkspark läuten die Alarmglocken und die Bosse reagieren darauf. Krisensitzungen standen am Sonntag auf dem Programm. Neben Hecking und Boldt war auch Bernd Hoffmann dabei, wenn auch nicht die gesamte Zeit über. „Da gibt es nichts schön zu reden“, erklärte der Vorstandsboss später. „Das was wir uns erwartet haben, die Reaktion nach der schmerzlichen Derbypleite, ist ausgeblieben.“ Um allen Diskussionen vorzubeugen schob Hoffmann dann aber rasch hinterher: „Die sportliche Führung hat totale Rückendeckung, bei allem, was sie tut.“

Eine Aussage, die unterstreichen sollte, wie sehr Hoffmann Hecking vertraut. Der 55-Jährige soll dank seiner enormen Erfahrung von fast 37 Jahren als Profi und Trainer den HSV wieder auf den richtigen Weg führen – und im Mai geradewegs in die Bundesliga. Aber bekommt Hecking den HSV auch wirklich in den Griff? Oder verzweifelt er nach zunächst gutem Start an ihm, wie so viele seiner Kollegen zuvor?

Der Druck auf den HSV wird immer größer

Zumindest in Aue war Hecking mit seinem Latein am Ende. Zu viele Nackenschläge, Gelb-Rot für Gideon Jung, die Verletzungen der Innenverteidiger Ewerton und Timo Letschert. „Wir haben nicht das gespielt, was wir uns erhoffen und was die Mannschaft auf den Platz bringen kann“, lautete des Trainers Resümee, der aber auch erkennen musste, dass keine seiner drei Änderungen in der Startelf die erhoffte Wirkung erzielte. Momentan ist Hecking weit davon entfernt, eine Formation zu finden, bei der alles zusammenpasst. Zudem scheint seine Mannschaft dem immer größer werdenden Druck nicht gewachsen zu sein.

Und nun? Auf die turnusmäßige Presserunde am Tage nach der Partie verzichtete Hecking am Sonntag. Sollte ruhig mal ein anderer sprechen, in diesem Fall Hoffmann. Das war auch als Entlastung für den Trainer gedacht, der in den kommenden Wochen seine komplette Energie brauchen wird. Sie alle wissen: Der Wind wird nun noch stärker von vorn kommen. Schon am Sonnabend gegen Regensburg dürfte es auf den Tribünen im Volkspark frostig werden, tiefe Tristesse und Skepsis sind vor den entscheidenden zehn Spieltagen dieser Saison zurück. „Honeymoon is over“, lautet Hoffmanns Beschreibung der Lage.

Wenn der HSV nicht aufpasst, ist in wenigen Wochen sogar alles vorbei.

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