Olli Dittrich hielt eine der vier Reden bei der Trauerfeier für Uwe Seeler.
  • Olli Dittrich hielt eine der vier Reden bei der Trauerfeier für Uwe Seeler.
  • Foto: WITTERS

Lacher und Tränen: Olli Dittrichs Liebeserklärung an Uwe Seeler

Er machte keinen Hehl daraus, dass die Trauerrede für ihn ein ganz besonderer Moment sei. Olli Dittrich (65), bekannt geworden als legendärer „Dittsche“, teilt mit seinem bekanntesten Alter Ego die Leidenschaft für den HSV – und vor allem für Uwe Seeler. Seelers Schwiegersohn Mete Öztunali war es, der Dittrich darum bat, auf der Trauerfeier zu sprechen.

„Da war mir erst mal flau und mir ist das Herz fast in die Hose gerutscht. Ich dachte mir: Puh, wie willst du das machen?“, gestand Dittrich.


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Er tat es auf seine ganz eigene Art – und sorgte damit für Tränen und Lacher. Dittrich erinnerte an den 13. Februar 1965, als sich der HSV im Heimspiel ausgerechnet gegen Werder Bremen ein krachendes 0:4 einfing. Eine bleibende Erfahrung für den damals achtjährigen Dittrich, der in der Woche dann auch noch erleben musste, wie sich sein Idol Seeler beim Spiel in Frankfurt schwer verletzte. 

Schuhe zum Pyjama: Dittrich tritt buchstäblich in die Fußstapfen von Seeler

„Uwes Achillessehne war durch. Das war das Ende. Für Hamburg, für den HSV und lange Zeit auch für ihn“, so Dittrich, der fortan seine ganz eigene fiktive Version der Geschichte erzählte – inklusive herrlicher Imitation der NDR-Radioreportage: In jener erzielt Dittrich selbst, eingewechselt für Seeler, den Siegtreffer der Hamburger. „Denn im Traum war ich wie Uwe – dynamisch, unbezwingbar, torgefährlich und mit seinen Schuhen an den Füßen: ,Adidas Uwe‘, zum Pyjama.“

Eine Rede, die für Rührung und Applaus auf den Rängen sorgte. Als Erwachsener lernte Dittrich sein großes Kindheitsidol kennen, eine tiefe Freundschaft zwischen beiden entstand.

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„Als ich von seinem Tod erfuhr“, berichtete Dittrich, „hatte ich für einen kurzen Moment wieder dieses Gefühl, diesen Gedanken wie 2014, als meine Eltern kurz nacheinander verstorben waren: Jetzt bist du allein.“ Er war damit gewiss nicht allein an diesem Nachmittag.

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