HSV-Fans im Hamburger Volksparkstadion
  • Ausgelassene Stimmung gab es im Volksparkstadion unter den HSV-Fans zuletzt nur selten.
  • Foto: WITTERS

HSV-Trainer angeraunzt, Prügeleien auf den Rängen: Im Volkspark brodelt es

Zumindest die nackten Zahlen stimmen. Zu den HSV-Heimspielen gegen Düsseldorf und Kiel strömten jeweils fast 40.000 Fans in den Volkspark. Ein guter Start, nachdem das Stadion durch die 2G-Regularien kürzlich wieder komplett geöffnet wurde. Doch der Missmut bei einem Großteil des Anhangs wächst – weil die Atmosphäre nicht gut ist und eine Verrohung der Sitten untereinander beklagt wird. Müssen jetzt die Ultras eingreifen, um den Trend zu stoppen?

Mit den heftigen Pfiffen mussten sie leben. Nach den Unentschieden gegen Düsseldorf und Kiel (jeweils 1:1) erhielten die HSV-Profis keinen Applaus, so ist das mitunter im Fußball. Das aber war noch das geringste Übel. Während beider Partien gab es Vorfälle, die zahlreiche Fans zornig machen. Eine Wut, die sich nun vornehmlich in den sozialen Netzwerken entlädt. Auch bei der MOPO gingen zahlreiche Mails ein.

Erst Rassismus-Skandal und jetzt VIP-Pöbeleien gegen HSV-Trainer Walter?

Es brodelt im Volkspark. Erst der Eklat gegen Düsseldorf, als Khaled Narey und auch Hamburgs Bakery Jatta von mehreren Zuschauern rassistisch beleidigt wurden. Gegen Kiel gab es erneut Zoff. Zwischenzeitlich prügelten sich auf der Nordtribüne HSV-Fans untereinander, Ordner mussten einschreiten. Zudem sorgten zwei Böllerwürfe für Unmut. Bei Anwesenden, die dem harten Kern zuzuordnen sind, ist von „vergifteten Zuständen“ auf der Nordtribüne die Rede. Nicht nur dort: Nach MOPO-Informationen soll Trainer Tim Walter nach der Partie im VIP-Raum angeraunzt worden sein. HSV-Ersatzspieler wurden auf dem Weg zum Aufwärmen bepöbelt.


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Als neues Phänomen wird auch das regelmäßige Werfen von Bierbechern im Stadion genannt. Kein Spaß, sondern gefährlich, wenn ein gefüllter Becker aus den oberen Rängen die in den unteren Blöcken stehenden Fans unvorbereitet trifft …

Vorfälle, die in der aktiven Fan-Szene für Kopfschütteln sorgen und intensiv diskutiert werden. Wie aber bekommt der HSV das Problem in den Griff?

HSV-Fans sehnen sich nach Rückkehr der Ultras

Viele Fans sehnen sich mittlerweile nach der Rückkehr der Ultras auf die Nordtribüne. Deren Dauergesang ist nicht jedermanns Sache, sie sorgen aber für eine klare Linie. Der oft gehörte Tenor: Momentan macht auf der „Nord“ jeder was er will und hat keine Hemmungen, sich daneben zu benehmen. Becher-Würfe, Beleidigungen, dazu die überraschend heftigen Pfiffe gegen Kiels Ex-HSV-Profi Fiete Arp. Das alles wäre anders, so heißt es, sobald die Ultras wieder das Heft des Handelns übernehmen würden.

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Völlig offen aber, wann sie zurückkehren. Teilweise sind die in fünf, sechs Gruppen organisierten Ultras zwar bei den Partien dabei, verzichten aber noch auf einen organisierten Support. Weil vielen von ihnen die nicht einheitlichen Besuchs-Richtlinien in Deutschland ein Dorn im Auge sind. Die etwa 1500 HSV-Ultras befinden sich im regelmäßigen Austausch darüber, wann sie wieder das Kommando im Volkspark übernehmen wollen. Mit Prognosen aber halten sie sich zurück.

Heimspiel-Doppelpack im November gegen Regensburg und Ingolstadt

Die nächsten Gelegenheiten kommen im Doppelpack. Nach dem Auftritt in Karlsruhe (Samstag) und der Länderspielpause stehen die Heimspiele gegen Regensburg (20.11.) und Ingolstadt (28.11.) an. Sollten die Ultras auch dann noch nicht wieder komplett an Bord sein, hofft die aktive Szene zumindest auf einen selbstreinigenden Prozess unter den Fans.

Das würde auch denen zugutekommen, die eigentlich im Mittelpunkt stehen sollten – die Profis des HSV. Die müssen zwar mit Pfiffen von den Rängen leben, das gehört zum Berufsrisiko dazu. Doch die Missstimmung auf den Rängen wird längst auch in der überwiegend jungen Mannschaft diskutiert – und hat damit die Kabine erreicht.

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