Robert Glatzel bejubelt auf Schalke seine Torpremiere im HSV-Trikot.
  • Robert Glatzel bejubelt auf Schalke seine Torpremiere im HSV-Trikot.
  • Foto: WITTERS

HSV-Stürmer Glatzel: Das ist mein Erfolgsgeheimnis im DFB-Pokal

Robert Glatzel gehört zu den neuen Hoffnungsträgern im Volkspark. Als Stürmer soll der 27-Jährige vor allem für Tore sorgen. Einen Treffer hat er bislang erzielt, viele weitere sollen noch folgen. In der MOPO spricht Glatzel über den HSV-Start, die Arbeit mit Trainer Tim Walter und seine ganz besondere Beziehung zum nun anstehenden DFB-Pokal.

MOPO: Herr Glatzel, vier Punkte hat der HSV aus den ersten beiden Spielen geholt. Wie zufrieden sind Sie mit dem Start?

Robert Glatzel: Ganz zufrieden bin ich nicht. Ich denke, das gilt auch für die Mannschaft. Die Art und Weise, wie wir spielen, ist gut. Da stimmt auf jeden Fall die Richtung. Das Ergebnis gegen Dresden war aber nicht zufriedenstellend, das Spiel hätten wir einfach gewinnen müssen. Dann hätten wir jetzt sechs Punkte. Das wäre sicher auch nicht unverdient gewesen.

HSV: Robert Glatzel erzielte sein erstes Tor auf Schalke

Ein Tor haben Sie beim 3:1 gegen Schalke erzielt. Es gab durchaus auch Chancen für mehr. Sind Sie mit Ihrer persönlichen Leistung bislang einverstanden?

Für die ersten beiden Spiele war es ganz okay. Aber ich sehe mich noch nicht da, wo ich sein kann. Eigentlich gilt das aber für die gesamte Mannschaft. Vieles passt schon zusammen und fühlt sich gut an, es ist aber auch noch einiges ausbaufähig. Das Ziel ist es, dass wir alle weiter zusammenwachsen und kontinuierlich besser werden.

Sie haben schon einige verschiedene Trainer in Ihrer Karriere erlebt. Wie lange braucht man, um sich an die Vorgaben und die Spielidee eines neuen Trainers zu gewöhnen?

Das ist pauschal schwer zu sagen. Es kommt immer drauf an, wie genau gespielt und was verlangt wird. Bei Tim Walter ist alles sehr komplex. Aktuell beschäftigen wir uns noch viel damit, die Taktik und Spielidee des Trainers komplett zu verinnerlichen. Wir setzen schon viel um, was der Trainer verlangt, aber es gibt auch noch ein paar Dinge, die besser werden müssen. Da geht es beispielsweise um Abläufe und die richtige Abstimmung, das muss teilweise noch alles automatisiert werden. Letztlich ist es ein Prozess, der immer weitergeht. Wir sind da bislang auf einem guten Weg, versuchen uns jeden Tag zu verbessern und alles zu perfektionieren. So richtig fertig ist man aber nie.

Einen Trainer wie Tim Walter hatte Robert Glatzel noch nie

Die Spielidee von Tim Walter mit vielen Positionswechseln und jeder Menge Ballbesitz ist außergewöhnlich. Haben Sie das in dieser Form schon mal erlebt?

Nein, so speziell habe ich es bislang noch nicht erlebt. Das ist auf jeden Fall etwas Besonderes und neu für mich. Ich kann nur sagen, dass es mir großen Spaß macht, weil wir sehr viel Ballbesitz haben. Wenn man nicht ständig nur gegen den Ball arbeiten muss, fällt es einem auch leichter zu laufen. Klar ist die Spielweise herausfordernd, aber es ist doch cool, wenn man den Ball die meiste Zeit des Spiels in den eigenen Reihen hat. Fußball macht am meisten Spaß, wenn man viele Aktionen hat, dribbeln, passen und schießen kann.

Auch eine neue Gewinner-Mentalität soll unter Tim Walter beim HSV entstehen. Dazu gehört auch, dass beim Training die Verlierer bestraft werden. Gefällt Ihnen das?

Ich denke, es bringt uns auf jeden Fall weiter. Wenn es auch im Training um etwas geht, werden noch ein paar Prozente mehr herausgekitzelt. Man ist sich bewusst, dass es immer etwas zu gewinnen gibt. Wir sind alle Leistungssportler, da gehört so eine Grundeinstellung, dass jeder immer gewinnen will, dazu. Das fängt beim Training an. Man trainiert dadurch einfach noch bewusster.

Gegen Bayern erlebte HSV-Zugang Glatzel sein Karriere-Highlight

Für den HSV geht es nun erst mal am Sonntag im DFB-Pokal weiter. Ihre Pokal-Bilanz ist ziemlich beeindruckend. In sechs Pokal-Spielen haben Sie sieben Tore erzielt und vier weitere Treffer vorbereitet. Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Ich habe einfach Bock auf den Pokal. Es ist für mich etwas sehr Besonderes. Es sind nur K.o.-Spiele, geht also immer um alles. Für mich ist das motivierend, egal ob es gegen einen kleineren oder größeren Gegner geht.

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Den vermeintlich größten Gegner hatten Sie in Ihrem letzten Pokal-Spiel 2019 im Viertelfinale mit dem FC Bayern München. Drei Tore haben Sie bei der 4:5-Niederlage damals erzielt. Welchen Stellenwert hat das Spiel für Sie?

Das Spiel gegen die Bayern war bislang auf jeden Fall das Highlight in meiner Karriere. Das werde ich nie vergessen. Es hat auch gezeigt, was im Pokal selbst gegen die Bayern alles möglich ist. Nicht nur deshalb ist es das Ziel, mit dem HSV im Pokal so weit wie möglich zu kommen. Ich bin auf jeden Fall sehr heiß auf den Wettbewerb.

HSV: Robert Glatzel warnt vor Pokal-Gegner Braunschweig

Braunschweig heißt der erste Gegner. Mit nur einem Punkt aus zwei Spielen hat die Eintracht nicht den besten Start in der Dritten Liga erwischt. Ein Pflichtsieg für den HSV?

Man darf sie auf keinen Fall unterschätzen, auch wenn sie jetzt nicht so erfolgreich in die Liga gestartet sind. Es ist ein K.o.-Spiel, da ist alles möglich. Der größte Fehler wäre es, wenn wir jetzt denken, dass es ein Spaziergang für uns wird. Wir werden sie sehr ernst nehmen, fokussiert sein und unser Spiel durchbringen. Ich kann versprechen, dass ich alles dafür tun werde, dass meine Tor-Serie im Pokal am Sonntag ausgebaut wird und wir die nächste Runde erreichen.

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