HSV
  • Jonas Boldt (r.) hat Michael Mutzel entmachtet.
  • Foto: IMAGO/Eibner

Von HSV-Boss Boldt entmachtet: Mutzel fliegt aus der Kabine – geht er?

Von atmosphärischen Verstimmungen war zuletzt die Rede, im Volkspark brodelte es nach dem Saisonende. Jetzt hat Sportvorstand Jonas Boldt (40) erste Konsequenzen gezogen – und Sportdirektor Michael Mutzel (42) faktisch entmachtet. Künftig wird dieser nicht mehr in der Kabine und bei der Mannschaft dabei sein. Im Verein bleibt er aber dennoch – zumindest vorerst.

„Michael ist seinem Führungsauftrag aus meiner Sicht nicht nachgekommen“, sagte Boldt am Freitagnachmittag. Schon im Saisonendspurt, insbesondere nach der Pleite in Kiel (0:1), soll sich Mutzel von der Mannschaft entfremdet haben, es soll atmosphärische Verstimmungen gegeben haben. „Er hat das selber so entschieden nach dem Kiel-Spiel.“ Mutzel weist das zurück, hat eine andere Sicht auf die Lage. Fest steht dennoch: Künftig soll sich der ehemalige Profi vor allem um die Kaderplanung kümmern – und nicht mehr mit Mannschaft und Trainerteam arbeiten.

„Er spielt keine Rolle in der Kabine mehr, weil das Vertrauensverhältnis zwischen den Beteiligten da unten und zwischen ihm nicht mehr funktioniert.“

HSV-boss Boldt: Mutzel spielt „in der Kabine keine Rolle mehr“

Boldt sagt aber auch: „Er bringt inhaltlich Qualitäten mit, was Bewertung von Spielern und Abwicklung von Transfers angeht, die er sehr gut umsetzen kann.“ Völlig fraglich und offen aber, ob Mutzel diese Rolle ausfüllen will. „Er muss das sicher ein paar Tage sacken lassen.“

Boldt erklärt: „Das ist für die Außenwelt ein bisschen schwer nachzuvollziehen und deswegen habe ich mir auch sehr, sehr viele Gedanken darüber gemacht und habe nicht auch während der Saison schon gehandelt. Denn da wäre es am einfachsten gewesen, ein Bauernopfer zu finden.“


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Seit April 2019 arbeitet Mutzel als Sportdirektor beim HSV, fing damit sogar noch vor Boldt an. Eine Zusammenarbeit, die lange Zeit funktionierte. „Ich habe ihn zwar damals nicht geholt, aber seinen Vertrag verlängert“, erklärt Boldt und betont: „Ich mag ihn als Menschen.“ In den vergangenen Monaten aber sei der gemeinsame Weg nach und nach entzweit.

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Fraglich, ob ein vertrauensvolles Miteinander da überhaupt noch möglich ist. Boldt jedenfalls baut auf eine professionelle Zusammenarbeit („Die Chance hat er verdient”), ansonsten werden sich die Wege trennen, womöglich sehr bald sogar. Zumindest bei den Transfers von Matheo Raab und Filip Bilbija klappte das Zusammenspiel zwischen Boldt und Mutzel noch.

Die Mutzel-Entmachtung, sie fällt mitten in die heiße Transfer-Phase. Boldt sah sich zu diesem Schritt gezwungen, er sah die HSV-Ziele für die kommende Saison in Gefahr: Den Aufstieg als Einheit geschlossen anzugehen.

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