Wüstefeld
  • Vorstand Thomas Wüstefeld hätte nur zu gerne mit dem HSV den Aufstieg gefeiert.
  • Foto: imago/Oliver Ruhnke

HSV-Boss Wüstefeld plant neue Aufstiegs-Mission – mit Boldt und Walter!

Die Nacht nach dem Spiel war kurz. Sehr kurz. Keine drei Stunden Schlaf hatte HSV-Vorstand Thomas Wüstefeld nach dem 0:2 gegen Hertha BSC, das für die Hamburger gleichbedeutend mit dem Klassenerhalt in der ungeliebten Zweiten Liga war. Am Tag danach herrschte noch immer Frust – der Blick ging aber schon wieder nach vorne.

Um den Kopf freizukriegen, war Wüstefeld am Morgen danach erstmal eine Runde an der Elbe joggen. Die Gedanken kreisen lassen. Bis halb drei Uhr nachts war der Vorstand in der Nacht zuvor noch im Volkspark zugange, Gespräche führen, trösten. Sie hätten sie nur zu gerne genutzt, diese unverhoffte Möglichkeit auf den Sprung ins Oberhaus.

HSV-Boss Wüstefeld plädiert: Weiter mit Walter und Boldt!

Nach einem furiosen Ligafinish mit fünf Siegen in Folge hatte sich der HSV noch auf den Relegationsrang katapultiert, nach dem 1:0-Sieg in Berlin platzten alle Träume aber beim 0:2 am Montagabend im Volkspark. „Natürlich ist das bitter. Wir müssen das erstmal verarbeiten, gleichzeitig aber auch umschalten“, sagte Wüstefeld. Die Hamburger werden auch in der fünften Saison in Folge in der Zweiten Liga antreten.


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Soweit, so frustrierend. Längst aber laufen die Vorbereitungen für die kommende Spielzeit. In der, das steht für Wüstefeld fest, ein neuer Angriff auf die Bundesliga gestartet werden soll. „Wir sind, das kann man nicht wegdiskutieren, einer der Favoriten“, sagte der 53-Jährige.  Und erklärte: „Mit Schalke und Bremen sind zwei Hochkaräter hochgegangen und mit den Absteigern Fürth und Bielefeld sind berechenbare Mannschaften hinzugekommen.“ Unterm Strich gelte: „Wir sollten sehr schnell und sehr klar Signale senden, wo wir hinwollen.“ Ins Oberhaus.

HSV will Leistungsträger wie Glatzel halten

Dafür sollen Leistungsträger wie Topstürmer Robert Glatzel (28/22 Saisontore) gehalten werden, der Kader dazu in der Offensive weiter verstärkt werden. Während man sich in der Defensive gut aufgestellt sieht, haben die Hamburger vor allem auf den offensiven Außenbahnen akuten Handlungsbedarf. Die Konstellation der sportlichen Führung, die die Verstärkungen nach Hamburg lotsen und letztlich den Aufstieg angehen soll, ist noch immer nicht abschließend geklärt. Der Aufsichtsrat will noch in dieser Woche tagen und eine Entscheidung fällen. Wüstefeld, kein Teil des Rates, hat für die Kolleg:innen eine Empfehlung: „Wenn man mich dazu befragt, dann würde ich sagen, wir sollten in dieser Konstellation noch mal in die neue Saison gehen und uns weiterentwickeln. Mit dem Ziel aufzusteigen.“

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Ein Plädoyer für Trainer Tim Walter (46) und Sport-Vorstand Jonas Boldt (40). Letzterer hatte bereits nach der Pleite gegen Hertha gesagt: „Ich habe die Schublade voller Ideen.“ Er räumte aber zugleich ein: „Alles, was die Zukunft angeht, liegt nicht final in meinen Händen. Es ist eine große Analyse angekündigt.“

HSV-Zukunft: Aufsichtsrat um Marcell Jansen entscheidet

Für jene wird der Aufsichtsrat zusammenkommen, unter der Führung von Ex-Profi Marcell Jansen (36) beratschlagen und entscheiden, wohin der HSV-Weg nach der kurzen Sommerpause gehen wird. Schon jetzt scheint klar: Zumindest mit Walter dürfte es in der kommenden Saison sicher weitergehen. Der Trainer war nach dem Scheitern in der Relegation lautstark von den Fans gefeiert worden. Der Anhang, das wurde zuletzt deutlich, steht hinter Walter und Boldt. So wie Wüstefeld.

Wenngleich sich dieser auch für den eingeschlagenen Weg ausspricht, seien Änderungen und Verbesserungen zwingend notwendig. „Man muss die gesamte Saison betrachten und nicht nur die letzten Spiele, und dann muss man gucken: Wo können wir so justieren, dass wir von Tag eins das Signal geben: Wir wollen unser Ziel erreichen und in die Erste Liga.“ Der HSV plant die Aufstiegs-Mission Nummer fünf.

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