Yussuf Poulsen stützt die Arme in die Hüfte

HSV-Kapitän Yussuf Poulsen machte seinem Frust nach dem Stadtderby Luft. Foto: imago/Susanne Hübner

„Einfach scheiße!“ HSV viel zu harmlos – neuer Offensivmann soll kommen

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Von den Fans erhielten die HSV-Profis trotz der 0:2-Pleite gegen St. Pauli Zuspruch. „Mein Hamburg lieb‘ ich sehr“, sang der harte Kern auf der Nordtribüne beim Abpfiff und reckte die Schals in die Höhe. Ein Mutmacher trotz der großen Enttäuschung. Kurz darauf aber schlug Kapitän Yussuf Poulsen kritische Töne an.

„Enge Spiele werden durch Kleinigkeiten entschieden“, stellte der Däne fest und dachte damit insbesondere an die beiden Gegentore. Vorm 0:1 kam Miro Muheim bei einer Ecke zu spät (19.), vor dem zweiten Gegentreffer zog Giorgi Gocholeishvili bei einem Pressschlag den Kürzeren (60.). Kleinigkeiten, die das Derby entschieden. Poulsens Resümee: „Da waren wir einfach nicht die bessere Mannschaft.“

HSV-Kapitän Poulsen spricht die Mängel deutlich an

Insbesondere das HSV-Offensivspiel bereitet dem Torjäger Kopfzerbrechen. Kaum eine Torchance erspielte sich der HSV in den, inklusive der Nachspielzeit, 101 Minuten. Das war auch Poulsen deutlich zu wenig, der bemängelte: „Wir müssen lernen, noch gefährlicher zu werden. Wir spielen guten Fußball, kommen gut nach vorne, bis der letzte entscheidende Pass gespielt werden muss. Da müssen wir dran arbeiten.“

Und weiter: „Wir müssen da konsequenter sein. Es ist ja nicht nur, dass die Flanke nicht kommt, sondern auch, dass wir keine Ressourcen haben. Du sollst auch nicht reinflanken, wenn keiner da drin ist. Da müssen wir besser handeln.“ Unterm Strich stand für ihn fest: „Es waren viele Dinge auch gut, aber dafür können wir uns nichts kaufen. Das ist einfach scheiße.“


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Harte Worte des Kapitäns. Ob der HSV-Harmlosigkeit stellt sich natürlich die Frage, inwieweit die Entscheidungsträger die Tage bis zum Ende der Transferperiode noch nutzen, um Verstärkung zu holen. Am Montag schließt das Sommer-Fenster. Ein kreativer Mittelfeldmann für das Offensivspiel soll bis dahin noch kommen. Greift der HSV auch noch einmal auf dem Stürmer-Markt an?

Markt schließt am Montag – Kuntz kündigt HSV-Transfer an

„Was die Kaderplanung angeht, arbeiten wir sehr eng und vertrauensvoll zusammen“, sagte Polzin. „Wir haben klare Vorstellungen beim Kader. Aber eine Entscheidung jetzt aus der Emotionalität heraus ist nicht sinnvoll, sondern es ist eine langfristige Planung. Demnach werden wir die Tage sicherlich zielführend nutzen.“

Sportvorstand Stefan Kuntz und Sportdirektor Claus Costa stehen in der Pflicht. Zumindest bis vor dem Derby aber waren die Bosse nicht auf Stürmersuche. Nach dem Spiel kündigte Kuntz bei Sky an: „Wir suchen einen, der das Spiel aus dem Mittelfeld ins vordere Drittel transportiert, die letzten Pässe spielen kann, selbst torgefährlich ist. In diese Richtung schauen wir.“ Er bestätigte, dass der HSV an einem oder mehreren Kandidaten „dran“ sei: „Schauen wir mal, was wir noch bis Montagabend hinbekommen.“

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Klar ist: Der HSV muss in jeder Hinsicht zulegen, um eine realistische Chance zu haben, in der Bundesliga bestehen zu können. Nach der Länderspielpause geht es zu den Bayern, alles andere als die nächste Pleite käme fast schon einer Sensation gleich. Zunächst mal aber müssen Polzin und seine Profis den Derby-Frust verdauen. Der Coach gibt zu: „Dass wir dieses Spiel verloren haben, kotzt uns alle an.“

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