Takahara
  • HSV-Boss Dietmar Beiersdorfer (r.) und Aufsichtsratschef Ronny Wulf (l.) begrüßen Naohiro Takhara in Hamburg.
  • Foto: WITTERS

120 Reporter am Flughafen! Als HSV-Japaner Takahara Hamburg eroberte

Lang, lang ist’s her. Mehr als 16 Jahre sind vergangen, seit das DFB-Team letztmals auf Japan traf. 2:2 hieß es im Mai 2006 in Leverkusen, vor allem ein Asiate sorgte in der BayArena für Aufsehen. „Warum traf er so nicht für den HSV?“, fragte sich nicht nur die MOPO, nachdem Naohiro Takahara einen Doppelpack hingelegt und die deutsche Abwehr schwindelig gespielt hatte.

Ja, warum nur? Diese Frage stellt sich noch immer, denn tatsächlich verfügte der Angreifer über Fähigkeiten, die ihn von der Masse abhoben. An guten Tagen, – zugegeben. Das Problem: Davon gab es dann eben doch nicht ganz so viele wie erhofft, als Takahara von Anfang 2003 bis Sommer 2006 als erster Japaner überhaupt für den HSV stürmte.


MOPO

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Takahara, alles begann wie im Märchen. Er war noch gar nicht richtig angekommen, da hatte er Hamburg schon erobert. Nach einem begeisternden zweitägigen Probetraining unterschrieb der damals 23-Jährige kurz darauf seinen Vertrag, lediglich 200.000 Euro überwies der HSV an Júbilo Iwata. Und der Wahnsinn begann …

Takahara löst kurzfristigen Hype beim HSV aus

120 Reporter und japanische Fans erschienen am 3. Januar 2003 am Flughafen Fuhlsbüttel, als Takahara landete. Spitze Schreie der Damen, unzählige Fotos und Autogramme, das volle Programm. Takahara wurde zur Attraktion, noch bevor er liefern konnte. Japaner waren damals noch rar in der Bundesliga, der Aufschrei der Begeisterung in Asien gigantisch. Sieben, acht Reporter aus der Heimat folgten dem Nationalspieler in Hamburg auf Schritt und Tritt. Sushi-Köche sattelten um und berichteten nun täglich aus dem Volkspark für japanische Zeitungen.

Takahara bricht unter dem Rummel zusammen

Das war viel. Zu viel. Bereits nach seinem Bundesligadebüt Ende Januar in Hannover (2:2) klagte Takahara: „Der Rummel macht mich etwas fertig und setzt mich unter Druck.“ Vielleicht der Auslöser dafür, dass seine HSV-Zeit eine unvollendete blieb. Die Highlights – eher rar gesät. Bei den Bayern traf er im Februar 2003 in der Nachspielzeit zum 1:1, ein Jahr später erlegte er die Hertha per Doppelpack (2:1). 16 Tore in 119 Pflichtspielen. Und immer wieder die Frage: Warum platzt der Knoten nicht so richtig? Er kann doch so viel.

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Für 1,25 Millionen Euro wechselte Takahara schließlich im Sommer 2006 nach Frankfurt, blieb eineinhalb Jahre, ehe es zurück in die Heimat ging. Immerhin: Hamburg liegt ihm noch immer am Herzen. 2016, nach dem Ende seiner Karriere, gründete er den Okinawa SV – in Anlehnung an den HSV und die Stadt, die er einst im Sturm eroberte, ehe ihn der gewaltige Wirbel beim Fußballspielen hemmte.   

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