Daniel Heuer Fernandes und Sebastian Schonlau vom HSV
  • Daniel Heuer Fernandes und Sebastian Schonlau (r.) jubeln nach dem HSV-Spiel gegen Hannover.
  • Foto: WITTERS

Der große Trumpf des HSV: Mit Defensiv-Bestmarken zum Aufstieg?

Um direkt im Bilde eines Torhüters zu bleiben: Für den ganz großen – oder besser gesagt: historischen – Wurf in Sachen Gegentore wird es in dieser Saison nicht mehr reichen. Dass der HSV einen Spieltag vor Schluss den Relegationsplatz in der eigenen Hand und den direkten Aufstiegsrang zwei noch immer in Sichtweite hat, hat er nicht zuletzt seiner starken Abwehr zu verdanken. Daniel Heuer Fernandes und Co. bescheren ihren Farben ein herausragendes Torverhältnis, Geschichte schreiben können sie in dieser Hinsicht vor dem letzten Spieltag aber nicht mehr.

33 Gegentore und damit sieben Treffer weniger als das bis dato zweitplatzierte Team in dieser Kategorie, Fortuna Düsseldorf (40), musste die HSV-Defensive in dieser Saison schlucken. Ein Rekord für Hamburger Zweitliga-Verhältnisse, der sich vor dem letzten Saisonspiel in Rostock am Sonntag (15.30 Uhr/Liveticker auf MOPO.de) mehr als nur anbahnt und längst großer Trumpf gegenüber der Konkurrenz ist – mit Blick auf die gesamte Klub-Historie aber nicht geschichtsträchtig.

Nur 33 Gegentore: HSV-Trumpf im Aufstiegskampf

Die bisherige Gegentor-Bestmarke stammt aus der Spielzeit 2007/2008, als Ex-Keeper Frank Rost noch Abwehr-Größen wie Joris Mathijsen, Vincent Kompany, Guy Demel oder Timothée Atouba vor sich versammelte und lediglich 26-mal hinter sich greifen musste. Anders als (höchstwahrscheinlich) diesmal wurde der Truppe von Ex-Trainer Martin Jol am Saisonende aber nicht der Status als ligaweit beste Abwehr zuteil, denn Bundesliga-Primus Bayern München kassierte seinerzeit sogar nur 21 Buden.


Was ist in dieser Woche im Volkspark passiert? Wie steht es um den HSV vor dem nächsten Spieltag? Jeden Freitag liefert Ihnen die Rautenpost Analysen, Updates und Transfer-Gerüchte. Pünktlich zum Wochenende erhalten Sie von uns alle aktuellen News der Woche rund um den HSV kurz zusammengefasst – direkt per Mail in Ihr Postfach. Hier klicken und kostenlos abonnieren.


Sowieso stellte der HSV in seinen nunmehr 58 Bundes- bzw. Zweitliga-Spielzeiten nur insgesamt viermal die beste Hintermannschaft im Klassement: In der Serie 1975/76 (32 Gegentore), in den Meistersaisons 1978/79 (32) und 1982/83 (33, geteilt mit den Bayern) sowie in der Runde 2005/2006 (ebenfalls 32). 16 lange Jahre, in denen man in der Folge nicht selten als einer der Schießbuden der Bundesliga galt, sind seit dem letzten Mal mit dem inoffiziellen Titel also vergangen.

HSV: Zum fünften Mal die beste Liga-Defensive?

Dass der HSV diese Auszeichnung nun so gut wie sicher zum fünften Mal in seiner Geschichte erhalten wird, wird Heuer Fernandes und Co. nicht daran hindern, in Rostock ein weiteres Mal mit Mann und Maus den eigenen Kasten zu verteidigen. Zuvorderst, weil ein Spiel ohne Gegentor die Chancen auf eine bestmögliche Abschlussplatzierung – und letztlich den Aufstieg – schon ganz automatisch erhöhen würde.

Das könnte Sie auch interessieren: „Frechheit!“ Weckruf von HSV-Trainer Walter vor Rostock-Kracher

Für den HSV-Stammkeeper gäbe es aber auch noch einen ganz persönlichen Anreiz. Siebenmal hielt Heuer Fernandes in dieser Saison seinen Kasten sauber, auf Profi-Ebene gelang ihm das in seiner Karriere nur im Darmstädter Trikot zweimal öfter. 2017/2018 und 2018/2019 gab es acht Heuer Fernandes‘sche Weiße Westen – diese Marke könnte er per „zu null“ gegen Hansa also noch einstellen.

Was umso beachtlicher wäre, weil der Deutsch-Portugiese von Ende Oktober bis Weihnachten sieben Liga-Partien verletzt verpasste. Und was aus HSV-Sicht bestenfalls darin münden soll, dass die Aufstiegsträume auch nach dem Sonntag noch am Leben sind.

Email
Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp