Im Gästeblock des Volksparkstadions waren Plakate mit Porträts in Fadenkreuzen zu sehen, darunter der Kopf von Hannovers Geschäftsführer Martin Kind.
  • Im Gästeblock des Volksparkstadions waren Plakate mit Porträts in Fadenkreuzen zu sehen, darunter der Kopf von Hannovers Geschäftsführer Martin Kind.
  • Foto: IMAGO/Eibner

„Das geht zu weit“: Skandal im HSV-Stadion – wie 96-Boss Kind darauf reagiert

Die Fan-Proteste gegen den geplanten Investoren-Einstieg bei der DFL haben eine neue Dimension erreicht. Zum Spiel der Schande wurde am Freitagabend das Nord-Duell zwischen dem HSV und Hannover (3:4) im Volkspark. Mit Fadenkreuz-Bannern, auf denen unter anderem der Kopf von 96-Boss Martin Kind zu sehen war, hatten Hannover-Fans fast für einen Spielabbruch gesorgt. Nun sind sich alle einig: So kann es nicht weitergehen.

Als beim HSV-Gastspiel in Berlin vor gut einer Woche die Partie für 32 Minuten unterbrochen werden musste, weil Hertha-Fans immer wieder Tennisbälle auf den Rasen geworfen hatten, zeigten sich die Spieler von der Aktion hinterher zwar genervt, hatten teilweise aber auch Verständnis für den Protest.

Beim Spiel gegen Hannover sah das nun komplett anders aus. „Es Ist nicht schön so etwas zu sehen. Das geht zu weit. Ich hoffe, dass so etwas nicht mehr vorkommt“, sagte unter anderem HSV-Stürmer Robert Glatzel.

Hannover mit klaren Worten an die eigenen Fans

Noch viel deutlichere Worte gab es von Hannover 96. „Fadenkreuz-Plakate sind ein Unding, das geht nicht, da müssen wir nicht drüber reden“, erklärte 96-Sportdirektor Marcus Mann bei Sky. „So, wie es im Moment ist, kann und darf es nicht weitergehen. Im Stadion droht dann auch irgendwann die Stimmung zu kippen.“

Auch Hannover-Coach Stefan Leitl konnte nur mit dem Kopf schütteln. „Man hört immer: Fußball gehört den Fans. Aber Fußball gehört auch den Fußballern“, sagte er: „Was heute passiert ist, hat in einem Stadion nichts verloren. Das nervt einfach.“

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Wie geht Martin Kind mit den geschmacklosen Fadenkreuz-Bannern um? Er erlebte alles live im Volksparkstadion. In einem ersten kurzen Statement kündigte er Konsequenzen an. „Ich will das jetzt nicht kommentieren. Es wird Reaktionen geben. Ende“, sagte der 79-Jährige der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. „Wichtig ist, dass man etwas entscheiden muss.“

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Auf Details ging der Hannover-Boss, der eine zentrale Rolle in der Auseinandersetzung zwischen einem Teil der Fans und der DFL spielt, nicht ein. Klar ist: So wie es aktuell in den Stadien läuft, kann es nicht weitergehen. Jetzt haben auch die Fans eine Grenze überschritten.

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