Marc Lorenz vom KSC im Duell mit Bakery Jatta vom HSV
  • Marc Lorenz vom KSC im Duell mit Bakery Jatta vom HSV
  • Foto: WITTERS

HSV-Konkurrent: Zweitliga-Profi attackiert DFL: „Ohne Rücksicht auf Verluste!“

Als erster Fußball-Profi der 2. Bundesliga hat Marc Lorenz vom HSV-Konkurrenten Karlsruher SC die DFL für die Fortsetzung der Saison öffentlich kritisiert.

KSC-Mittelfeldspieler Lorenz, der zuletzt im Februar bei der 0:2-Niederlage seines Teams gegen den HSV im Volkspark spielte, hat angesichts des hohen Verletzungsrisikos große Bedenken vor dem Neustart am kommenden Wochenende.

DFL-Kritik: KSC-Profi Marc Lorenz hat Angst um Gesundheit der Spieler

Der 31-Jährige sprach gegenüber den „Badischen Neuesten“ Nachrichten von einem „eiskalten Start“, seiner Ansicht nach fehlen im DFL-Konzept „die Vorbereitung und das Gespür für die Gesundheit der Spieler. Ich glaube, da wird gar nicht darauf geachtet“.

Für die Teams in der Bundesliga und der 2. Liga stehen jeweils noch neun Spiele binnen sechs Wochen an. „Es ist für mich ein Durchdrücken ohne Rücksicht auf Verluste“, meinte Lorenz, der 22 Spiele (zwei Tore) in dieser Saison absolviert hat. „Es gibt viele, die um einen neuen Vertrag spielen. Wenn sich einer von ihnen das Kreuzband reißt, verpflichtet den keinen mehr. Gesundheit ist unbezahlbar.“

Aufgrund des hohen Spielaufkommens und der geringen Vorbereitungszeit werden Spieler „nach 60 Minuten platt sein“, sagte Lorenz: „Da helfen auch die nun beschlossenen fünf Auswechslungen nichts. Dann wird die Übermüdung kommen und dann die schweren Verletzungen.“

DFL-Kritik: Das sagt KSC-Sportchef Oliver Kreuzer

KSC-Sportchef Oliver Kreuzer teilt Lorenz‘ Bedenken. „Ich bin gespannt, wie viele wegbrechen. Nicht nur bei uns, sondern grundsätzlich. Das Verletzungsrisiko ist wahnsinnig hoch“, sagte der 54-Jährige. Solange bei einem Klub jedoch 13 Feldspieler und zwei Torhüter fit sind, ist er verpflichtet zu spielen.

„Ob das Wettbewerbsverzerrung ist oder ob Teams dann überhaupt noch konkurrenzfähig sind, das interessiert nicht“, sagte Kreuzer: „Wir brauchen das TV-Geld, deshalb muss gespielt werden.“ (la/sid)

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