Jens Vortmann
  • Jens Vortmann wechselte 2016 von Hamburg nach Leipzig, über den Umweg Wilhelmshaven kam er im Februar zurück.
  • Foto: imago/Picture Point LE

HSVH-Torwart Vortmann und die Rückkehr auf die Rettungsinsel

Es ist nichts Neues, wenn ein Spieler, der mit seinem Verein an einer früheren Wirkungsstätte antritt, von einem besonderen Spiel spricht. Bei Jens Vortmann ist es sehr besonders. Als der Torhüter des HSV Hamburg vor gut fünf Jahren aus der Hansestadt nach Leipzig zum DHfK wechselte, war dies keine freie Entscheidung, sondern aus der Not geboren und geschah schweren Herzens. Jetzt tritt er die Reise abermals an. Mit uneingeschränkter Vorfreude.

Passend zu Vortmanns guter Laune sind im Hintergrund fröhliche Kinderstimmen zu hören. Er ist mit seinen Kids auf dem Spielplatz. Sein Spielplatz wird am Donnerstag die Halle des DHfK Leipzig sein, die irreführend Quarterback Immobilien Arena heißt. Dort bestreiten Vortmann und Aufsteiger HSVH das zweite Auswärtsspiel der Saison. Für ihn ein kleines Heimspiel.

HSV Hamburg: Jens Vortmann mit besonderer Rückkehr nach Leipzig

„Ich freue mich riesig auf das Spiel, die Halle und die Stadt“, sagt der Keeper, der von 2016 bis 2020 für Leipzig gespielt hat, zur MOPO. Der 34-Jährige kennt noch viele Spieler und Verantwortliche aus dieser Zeit. „Es ist schön, an meine alte Wirkungsstätte zurückzukehren.“ Das erste Mal seit dem Abschied 2020.

Wirkungsstätte trifft es unzureichend. Für Vortmann waren Leipzig und der DHfK wie eine Rettungsinsel in stürmischer See. Im Januar 2016 hatte der frühere HSV Handball Insolvenz an- und das Team abgemeldet. Vortmann stand wie seine Mitspieler, darunter sein jetziger Keeper-Kompagnon Johannes Bitter, mitten in der Saison ohne Klub da. Dann meldete sich Leipzig – obwohl er ein halbes Jahr zuvor ein Angebot des DHfK abgelehnt hatte. „Es war toll von Leipzig, dass sie nicht beleidigt oder nachtragend waren, sondern mich trotzdem geholt haben. Ich war und bin dem Verein dankbar, dass das in der schwierigen Lage möglich war.“

Jens Vortmann erlebte beim DHfK Leipzig eine besondere Zeit

Vortmann avancierte schnell zum Leistungsträger, wurde Kapitän, bevor ihn 2018 ein Kreuzbandriss lange außer Gefecht setzte. „Ich denke gerne an meine Zeit dort zurück. Die zwei Jahre vor meiner Verletzung waren außergewöhnlich schön.“ Auch privat. „Als Familie werden wir immer eine besondere Beziehung zu Leipzig haben, was auch daran liegt, dass unser Sohn Moritz dort geboren ist.“

Gastgeschenke will Vortmann bei seiner Rückkehr nicht machen. „Wir fahren nicht nach Leipzig, um uns an der schönen Stadt zu erfreuen, sondern weil wir was reißen wollen“, stellt er klar. Mit einer Leistung wie beim jüngsten 32:27-Sieg gegen die Rhein-Neckar Löwen „sollten wir auch dort eine Chance auf Punkte haben“.

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Dass Vortmann zunächst wieder auf der Bank Platz nehmen wird, weil Bitter die Nummer eins ist, sei kein Problem. „Es ist klar, dass Jogi mit seiner Erfahrung und internationalen Klasse extrem wichtig für die Mannschaft ist“, sagt Vortmann. „Ich will helfen, wenn ich gebraucht werde.“

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