Handball HSV Hamburg Johannes Bitter
  • Kaum zu überwinden: Johannes Bitter, Torwart des Handball Sport Verein Hamburg
  • Foto: WITTERS

19 Paraden! Bitter vernagelt seine Kiste, HSV Hamburg ringt Hannover nieder

O du fröhliche! Im letzten Heimspiel vor Weihnachten haben Hamburgs Handballer sich und ihren Fans ein vorzeitiges Geschenk gemacht, aber alle Beteiligten und Augenzeugen leiden lassen. In einer umkämpften Partie mit haarsträubenden Fehlern am Fließband bewies der Aufsteiger in der entscheidenden Phase Nervenstärke und Killerinstinkt und rang den TSV Hannover-Burgdorf mit 25:23 (14:13) nieder. Überragender Akteur auf dem Parkett der Barclays Arena Keeper-Riese Johannes Bitter, der 19 Würfe parierte und seine Kiste regelrecht vernagelte.

Nach der Schlusssirene atmete HSVH-Trainer Torsten Jansen erst mal tief durch, schüttelte lachend den Kopf. Nicht zu fassen, dieses Spiel. „Erst mal sind die zwei Punkte wichtig“, betonte der Coach nach der verrückten Partie, in der sich beide Teams phasenweise im Fehler produzieren und Chancen auslassen überboten. „Das war von beiden Mannschaften kein Leckerbissen, aber wie wir es am Ende gewonnen haben, ist auch stark.“

HSV Hamburg feiert wichtigen Sieg gegen Hannover

Auch für Bitter war vor allem der Sieg wichtig, der nicht nur wichtig für das Punktekonto, sondern auch das Selbstvertrauen der Hamburger war, die aus den sechs vorangegangenen Spielen nur einen Sieg eingefahren hatten. „Wir können es besser“, sagte Bitter, „aber so kurz vor Weihnachten sind zwei Punkte das Entscheidende.“ 16:16 Punkte hat der HSVH jetzt auf dem Konto.

Nach einem hektischen Beginn lagen die Gastgeber zunächst aufgrund mehrerer technischer Fehler (insgesamt neun in der ersten Halbzeit) und einiger fragwürdiger Pfiffe mit 2:4 (6.) zurück, kämpften sich dann aber vor allem dank der Paraden des starken Keeper-Riesen Johannes Bitter (acht Paraden vor der Pause) in die Partie und lagen zumeist mit einem Tor in Führung.

Gut war das nicht, was die Mannschaft von Trainer Torsten Jansen spielte und es war auch nicht wirklich ansehnlich. Aus dem Rückraum konnte der HSVH kaum Druck und Gefahr entwickeln – ein Problem, das sich wie ein roter Faden durch die letzten Wochen zieht.

Hamburg mit großen Problemen im Rückraum

Größte Problemzone an diesem Abend war der rechte Rückraum: Der unglücklich agierende Jan Forstbauer wurde früh von Nicolai Theilinger ersetzt, der es jedoch noch schlechter machte und einige Fehler produzierte. Dass der lange verletzte Neuzugang nach acht Minuten wieder von der Platte genommen und Forstbauer erneut drauf geschickt wurde, macht das Dilemma deutlich.

Nach der Pause konnte sich der HSVH zunächst zweimal auf zwei Tore absetzen, legte dann aber aufgrund mehrerer Fehlwürfe und Fehler eine 0:3-Serie hin und geriet mit 17:18 (42.) in Rückstand. Trainer Jansen schüttelte ein ums andere Mal ratlos den Kopf. Kreisläufer Manuel Späth sprach später von einer „katastrophalen Chancenverwertung“.

Casper Mortensen wollte zu viel, Kritik von Torsten Jansen

Allein Bitter war es zu verdanken, dass die „Recken“ nicht davon zogen, denn auch sein Gegenüber Urban Lesjak (16) lief zu großer Form auf, zog vor allem den Außen des HSVH den Zahn. Nachdem Star-Linksaußen Casper Mortensen mehrere Würfe in Serie vergeben hatte, was das Publikum mit immer lauterem Aufstöhnen quittierte, musste der Däne auf die Bank und trat wütend einen Stuhl um.


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„Casper wollte zu viel“, sagte Jansen nach dem Spiel. „Er hat überpaced. Seine Eltern waren da, es ging gegen seinen ehemaligen Verein.“ Kurz: übermotiviert.

Johannes Bitter lässt Christian Prokop und Hannover verzweifeln

Dank Bitter und einer sehr aggressiven Abwehr davor gelang es den Hamburgern dennoch, das Spiel wieder in ihre Richtung zu kippen. Zur ganzen Wahrheit gehört auch, dass die von Ex-Bundestrainer Christian Prokop trainierten Gäste in dieser Phase mit Fahrkarten und Ballverlusten Schützenhilfe leisteten.

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Ohrenbetäubend war der Jubelschrei, als Finn Wullenweber mit dem letzten Wurf des angezeigten Zeitspiels den Ball zum 23:21 in die Maschen wuchtete (58.) und im Gegenzug Bitter seine 19. Parade (!) gelang. Forstbauer und Philipp Bauer machten den Sack zu.

HSV Hamburg jetzt gegen Spitzenreiter SC Magdeburg

Im nächsten Spiel kann der HSVH nur gewinnen. Einen Tag vor Heiligabend tritt der Liga-Neuling beim noch verlustpunktfreien Spitzenreiter SC Magdeburg an. In der letzten Partie des Jahres empfangen die Hamburger dann am 27. Dezember den Bergischen HC in der Sporthalle Hamburg. Es ist das erste Rückspiel der Saison für den HSVH, der das Hinspiel mit 26:31 verloren hatte.

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