Gianluca Vialli und Roberto Mancini winken in die Kamera
Gianluca Vialli und Roberto Mancini winken in die Kamera
  • Gianluca Vialli (l./neben Roberto Mancini) starb an einer Krebserkrankung.
  • Foto: imago/LaPresse

„Wir nahmen ständig Tropfen“: Sterben Ex-Fußball-Stars wegen jahrelangen Dopings?

Nach dem Krebstod der früheren Stars Gianluca Vialli und Sinisa Mihajlovic ist in Italien eine Diskussion über Doping und den Einsatz von Medikamenten im Fußball entbrannt. „Wir sollten die Substanzen untersuchen, die wir damals eingenommen haben. Ich fürchte, ich könnte auch erkranken“, sagte Ex-Nationalspieler Dino Baggio (51).

„Doping hat es in allen Sportarten schon immer gegeben. Ich habe nie verbotene Substanzen genommen, und sie wurden mir auch nicht vorgeschlagen“, sagte der ehemalige Mittelfeldspieler von Inter Mailand, Juventus Turin, AC Parma und Lazio Rom laut Medienberichten: „In jenen Jahren wurde uns zu viel Chemie verabreicht, von Nahrungsergänzungsmitteln bis zu Substanzen, die den Fußballern injiziert wurden.“

Doping: Roberto Baggio vermutet krebserregendes Gras

Auch Herbizide, die zur Pflege der Fußballplätze verwendet wurden, könnten seiner Ansicht nach krebserregend gewesen sein. „Ich erinnere mich, dass das Gras auf dem Spielfeld oft einen seltsamen Geruch hatte, nicht wie das Gras in deinem Garten, wenn du es mähst“, sagte Baggio.


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Ex-Profi Massimo Brambati vermutet, dass die in den 90er Jahren verabreichten Medikamente für Krebserkrankungen verantwortlich sein könnten. „Ich nahm damals Micoren, das zu der Zeit nicht verboten war, wie Bonbons. Später wurde diese Substanz verboten“, sagte der ehemalige Verteidiger des FC Turin, der jetzt als Fernsehkommentator tätig ist.

Ist Doping für die Tode zweier Ex-Stars verantwortlich?

„Es gab einen übermäßigen Gebrauch dieser Pharmamittel, aber nicht nur das. Wir nahmen auch ständig Tropfen ein, von denen ich nicht weiß, was sie enthielten, und ein anderes Präparat namens Animina. Damals habe ich mehrere Dopingtests gemacht, die alle negativ waren, es waren legale Medikamente. Zwei Jahre später wurden sie alle als Superdopingmittel eingestuft.“

Nationaltrainer Roberto Mancini warnte vor unbedachten Aussagen im Hinblick auf den Tod seines guten Freundes Vialli. „Da muss man vorsichtig sein. Schwere Erkrankungen ereilen leider ehemalige Spieler und auch normale Leute“, meinte der Ex-Profi. Einige Politiker forderten die Eröffnung einer Untersuchung über Doping im italienischen Fußball in den vergangenen Jahren. (sid/nswz)

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