DFL-Chef Christian Seifert
  • Teilt vor seinem Abschied am Jahresende ordentlich aus: DFL-Geschäftsführer Christian Seifert
  • Foto: imago/Laci Perenyi

DFL-Boss Seifert rechnet mit Ultras ab – auch das Gendersternchen nervt ihn

Zum Jahresende hört Christian Seifert nach insgesamt sechseinhalb Jahres als Geschäftsführer der DFL auf, ihm folgen wird Donata Hopfen. Zuvor kriegen aber noch einige Akteure ihr Fett weg. Im Fokus: Medien, Bundesligisten und Politiker.

Bei den Bundesliga-Klubs missfällt dem 52-Jährigen vor allem die in seinen Augen falsche Priorisierung in der Diskussion mit den Fans. Eine „Dauerdebatte mit fünf Prozent der Stadionbesucher“ – gemeint sind die Ultras – hält Seifert für falsch, schließlich sei es „Millionen von Menschen (…) relativ egal, worüber sich die x-te Fanorganisation gerade zum y-ten Mal auslässt“, da dies an der Lebensrealität eines Großteils der Zuschauer „komplett vorbeigehen“ würde.

Nackensteak statt Gendersternchen: Seifert spricht Klartext

Derweil missfällt Seifert in der Berichterstattung der Medien die zunehmende Moralisierung. Als Beispiel nennt er die „teilweise schon fast hysterische Debatte um Gendersternchen“, die viele Menschen „nicht nachvollziehen“ könnten. Stattdessen wollten die Leute „in den Urlaub fliegen, die wollen ihr Nackensteak grillen und am Wochenende Fußball gucken. Und die wollen bei der nächsten Weltmeisterschaft das Nationaltrikot anziehen, ohne gleich im rechten Lager verortet zu werden“.


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Und in der Politik? Dort seien im Kontext der Pandemie „sehr fragwürdige Entscheidungen in der Logistik, im Management und in der Kommunikation von Maßnahmen“ getroffen worden, so Seifert. Wenngleich er anerkennt, dass „das Management einer solchen Krise (…) nicht fehlerfrei funktionieren“ könne, moniert er, dass es „zu wenige Konzepte“ gebe.

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Das Verhältnis seiner DFL zum DFB sieht Seifert derweil „auf einem Tiefpunkt angekommen“, sieht darin gleichzeitig aber auch eine Chance, denn: „Es kann nur aufwärts gehen.“ Sein Anliegen zum Abschied: „Ich wünsche mir, dass beim DFB ein bisschen Ruhe einkehrt.“

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