Aleksander Ceferin bei einem Kongress der UEFA.
  • Für Aleksander Ceferin stellt das spanische Urteil eine herbe Niederlage da.
  • Foto: imago/Domenic Aquilina

UEFA knickt ein! Super-League-Rebellen kommen ungestraft davon

Bis auf Real Madrid, den FC Barcelona und Juventus Turin haben sich alle anderen Mitglieder aus der geplanten Super League zurückgezogen. Die UEFA wollte an den drei Unbelehrbaren ein Exempel statuieren, um vergleichbares in Zukunft zu verhindern. Aber jetzt verkündet der europäische Fußballverband, dass es dazu nicht kommen wird.

Die UEFA hat auf eine richterliche Androhung aus Spanien reagiert und wird die Verfahren gegen die drei abtrünnigen Super-League-Klubs Real, Barca und Juve nicht weiter verfolgen. Das bestätigte die UEFA am Dienstag. Auch werde der europäische Verband von den übrigen neun Super-League-Teams keine Strafzahlung einfordern.

UEFA gibt Verfahren gegen Super-League-Vereine auf

Man sei nach genauer Prüfung zu der Erkenntnis gekommen, dass die Fortsetzung einer juristischen Auseinandersetzung nicht im eigenen Interesse und des der Mitgliedsverbände sei, hieß es in einer UEFA-Mitteilung. Die Berufungskammer der UEFA hatte daher entschieden, dass die Verfahren nicht weiter verfolgt würden. Im Raum stand ein Champions-League-Ausschluss der drei Top-Vereine.

Dennoch bleibe man bei der klaren Haltung gegen die Gründung einer Super League und der Missbilligung des Verhaltens der beteiligten Vereine. Man werde weiterhin alles Notwendige tun, um die Super League und jede Form einer abtrünnigen Liga zu stoppen.


Morgenpost – der Newswecker der MOPO

Starten Sie bestens informiert in Ihren Tag: Der MOPO-Newswecker liefert Ihn jeden Morgen die wichtigsten Meldungen des Tages. Erhalten Sie täglich Punkt 7 Uhr die aktuellen Nachrichten aus Hamburg und dem Norden, vom HSV und dem FC St. Pauli direkt per Mail.  Hier klicken und kostenlos abonnieren.


Ebenso behalte man sich bei einer möglichen Wiederaufnahme etwaiger Abspaltungs-Pläne neue juristische Schritte vor. Man habe immer in Übereinstimmung mit ihren Statuten und Reglements aber auch mit EU-Recht, der Europäischen Menschenrechtskonvention und schweizerischem Recht gehandelt, hieß es von der UEFA.

Der Verband sei zuversichtlich, dass die Fans in ganz Europa, die sich gegen die Superliga-Pläne gewehrt haben, die Entscheidung nicht als Sieg für die Abspaltungs-Vorhaben sehen würden, hieß es. Deutsche Vereine waren an der Gründung nicht beteiligt.

Richter stoppt UEFA – Agnelli weiterhin unbelehrbar

Der spanische Richter Manuel Ruiz de Lara hatte der UEFA in der Vorwoche ein Ultimatum gestellt, um die Sanktionsdrohungen gegen die Gründungsmitglieder der umstrittenen Elite-liga zurückzunehmen. Anderenfalls müsse UEFA-Chef Aleksander Ceferin mit einer Anklage wegen Nichtbeachtung eines richterlichen Urteils rechnen.

Die UEFA hat ihrerseits die Absetzung von de Lara als Richter in dem Fall beantragt. Diesem mangle es an Unparteilichkeit und er könne deshalb kein faires Urteil fällen. Schon in dem bisherigen Verfahren gebe es „erhebliche Unregelmäßigkeiten“, weshalb de Lara seine Arbeit ruhen lassen muss.

Währenddessen hält Andrea Agnelli, Präsident von Juventus Turin, weiterhin an den Plänen für die Super-League fest. Er fordert in einem Schreiben an die Aktionäre des Vereins, dass „der politische Dialog wieder aufgenommen werden muss.“ Die UEFA wird auf diese Forderung mit Sicherheit nicht eingehen.

Das könnte Sie auch interessieren: „Still und leise verabschiedet“: Huntelaar (38) kickt jetzt bei Amateur-Klub

Als Argumente für die Elite-Liga führt Agnelli drei Gründe ins Feld. Der Italiener sieht in der Super League einen „neuen gemeinsamen Rahmen für die Kostenkontrolle.“ Zudem sei es „ein starkes Engagement für Solidarität und Gegenseitigkeit sowie die zentrale Bedeutung der Leistung der Vereine in europäischen Wettbewerben und ihr Beitrag zur Entwicklung von Talenten.“ (dpa)

Email
Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp