Rafal Gikiewicz und Simon Terodde gerieten aneinander
  • Rafal Gikiewicz und Simon Terodde gerieten aneinander.
  • Foto: IMAGO/Treese

„Soll zurück nach Augsburg fahren“: Terodde wütet nach Trouble mit Gikiewicz

Simon Terodde war überhaupt nicht mehr zu beruhigen. Der Torjäger von Schalke 04 stürmte nach dem Abpfiff wie wild auf den Augsburger Keeper Rafal Gikiewicz zu, beide rangelten im Tornetz miteinander und brüllten sich an. Gikiewicz war vom Schalke-Fanblock durchgehend beleidigt worden, Terodde warf ihm wohl Provokation vor – es war das unschöne Ende eines aufregenden Bundesligaspiels. Vor wenigen Wochen war Gikiewicz schon in Bremen mit Niclas Füllkrug aneinandergeraten.

Unschöne Szenen mit unschöner Vorgeschichte? „Er hat gesagt, dass er von einem Feuerzeug getroffen wurde. Er hat es abgewehrt und hat dann diese Gesten gemacht. Ich schaue es mir aber auf jeden Fall nochmal an, weil ich es selbst nicht mitbekommen habe“, sagte Augsburgs Trainer Enrico Maaßen. Terodde erklärte nach dem Abpfiff bei DAZN: „Ich bin ein emotionaler Spieler. Vielleicht habe ich überreagiert. Es tut extrem weh, wenn du so ein Spiel verlierst. Es ging mir darum, unsere Fahnen zu verteidigen. Und er soll dann zurück nach Augsburg fahren.“

Das tut Gikiewicz nach dem 3:2-Auswärtssieg mit drei Punkten im Gepäck – trotz einer Aufholjagd, trotz Überzahl. Im richtungsweisenden Duell mit dem Bayern-Bezwinger FCA blieben die Königsblauen ihre Bundesliga-Tauglichkeit über weite Strecken schuldig. Sie kassierten zum ersten Mal nach ihrem Wiederaufstieg zwei Niederlagen in Folge.
„Wir sind sehr enttäuscht“, sagte Sportvorstand Rouven Schröder. „Wir waren voll im Spiel, hatten einen Mann mehr, es gab das Gefühl: Jetzt kippt’s!“ Dann aber schlug Augsburg wieder zu.

Schalke verliert zum zweiten Mal in Serie

Während Schalke nur ein Punkt von einem Abstiegsplatz trennt, feierten die Augsburger erstmals in der Vereinsgeschichte vier Siege in den ersten acht Spieltagen. „Hier auf Schalke spielen die Fans immer auch eine Rolle“, sagte der Doppeltorschütze Ermedin Demirovic bei DAZN: „Deshalb bin ich sehr froh.“

Demirovic (10./21.) traf zunächst für die Gäste, die eiskalt ihre Konterchancen nutzten. Terodde (33.) verkürzte für die Gelsenkirchener, die ziemlich einfallslos immer wieder mit langen Bällen auf ihre Doppelspitze aus Terodde und Sebastian Polter agierten. Nach dem Ausgleich durch Tom Krauß (63.) und der Gelb-Roten Karte für Mergim Berisha (71.) versetzte Andre Hahn (77.) Schalke in seinem 250. Bundesligaspiel den K.o.-Schlag.


MOPO

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Polter und Terodde suchten noch Bindung zum Spiel, als die Gäste bereits in Führung gingen: Demirovic stand nach einer schlecht verteidigten Flanke Hahns völlig frei und schlenzte den Ball ins Tor. Auf der Gegenseite wurde es erstmals gefährlich, als Dominick Drexler nach einem langen Schlag von Torhüter Alexander Schwolow den Ball über das Tor drosch (15.).

Gebürtiger Hamburger stürzt Schalke ins Unglück

Ein mustergültiger Konter über Hahn und Berisha hebelte die Schalker Abwehr erneut aus – Demirovic traf wieder unbedrängt. Die Königsblauen machten dagegen den Augsburgern das Verteidigen zunächst leicht: Lange Flanken, die wohl für Terodde und Polter bestimmt waren, landeten im Nirgendwo.

Erst ein Geniestreich von Terodde brachte den Anschlusstreffer. Nach Doppelpass mit Drexler lupfte der Zweitliga-Rekordtorjäger den Ball ins Netz. Kurz nach der Pause musste Innenverteidiger Sepp van den Berg mit einer offenbar schweren Fußverletzung vom Platz getragen werden (52.). Befürchtet wird laut Schröder ein Bruch.
Dennoch gelang den deutlich verbesserten Gastgebern der Ausgleich durch Krauß. Doch es konterte Augsburg – in Unterzahl.

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