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Die Profis des FC Girona kommen aus dem Jubeln gar nicht mehr heraus.
  • Die Profis des FC Girona kommen aus dem Jubeln aktuell kaum heraus. Trotzdem sind eher zurückhaltende Töne von den Katalanen zu hören.
  • Foto: IMAGO/eu-images

Sie stehen vor Barcelona und Real – aber das Wunder von Girona hat ein Geschmäckle

In Spanien scheint sich mit dem FC Girona ein neues Gallisches Dorf im Weltfußball zu erheben. Die aktuelle Tabelle in LaLiga erinnert stark an die Sensations-Meisterschaft von Leicester City im Jahr 2016. Doch bei genauerem Hinsehen lassen sich erste Risse erkennen.

Das Wunder von Leicester kennen sie natürlich auch beim kleinen FC Girona. „Na klar, jeder hier erinnert sich daran“, sagte Abwehrspieler Eric Garcia, als er nach dem Sprung an die Tabellenspitze auf die Parallelen angesprochen wurde. Denn acht Jahre nach Citys märchenhafter Meisterschaft in England liegt in Spanien eine ähnliche Sensation in der Luft. Eine mit starken Verbindungen nach England allerdings, nicht nur wegen Co-Eigentümer Pere Guardiola.

Girona vor Barcelona und Real Madrid – Trainer Michel bremst Erwartungen

Von Zufall kann im Nordosten Kataloniens längst keine Rede mehr sein: 31 Punkte hat der erst 2022 aufgestiegen Klub nach zwölf Spieltagen auf dem Konto. Real Madrid, der FC Barcelona und Atletico Madrid? Haben alle das Nachsehen. Trainer Michel wiegelte nach dem jüngsten 4:2 gegen Osasuna dennoch ab: „Wir spielen nicht in einer Liga mit Barça, Madrid oder Atletico. Wir kämpfen darum, in der Liga dahinter eine Rolle zu spielen.“

Die Tabelle sagt etwas anderes. Girona, bisher eher für seinen bei Billigfliegern beliebten Flughafen in der Nähe von Barcelona bekannt, mischt die Liga auf – auch die 29 geschossenen Tore sind Bestwert. Nicht schlecht für einen Klub, der 2007 noch viertklassig unterwegs war und im mit 14.624 Plätzen kleinsten Stadion der Liga aufläuft.

FC Girona wie Manchester City – Geld kommt aus Abu Dhabi

Doch hinter dem Erfolg steckt auch langjähriges Kalkül – und Geld aus Abu Dhabi. 44,3 Prozent des Klubs gehören seit 2017 der City Football Group, die zahlreiche Vereine im Portfolio führt, allen voran Manchester City. Weitere 44,3 Prozent befinden sich im Besitz der Girona Football Group mit Pere Guardiola an der Spitze. Der Spielervermittler und Vorstandsvorsitzende ist der jüngere Bruder von City-Boss Pep Guardiola.

Das führt zu interessanten Querverbindungen. Gironas Mittelfeldspieler Yangel Herrera etwa wurde 2022 von City ausgeliehen und nun fest verpflichtet, auch Verteidiger Yan Couto gehört eigentlich Manchester. 2017, nach dem erstmaligen Aufstieg in LaLiga, befanden sich in Douglas Luiz, Aleix Garcia und Pablo Maffeo sogar gleich drei Leihspieler von City im Kader.

City und Girona in der Champions League – das könnte zu einem Problem werden

Und so geht es weiter: Taty Castellanos wurde 2022 vom New York City FC nach Girona verliehen (und schoss drei Tore beim 4:2 gegen Real), der Brasilianer Savio gehört dem französischen Zweitligisten Troyes. New York und Troyes sind ebenfalls Teil der City Group. Das könnte noch zu Schwierigkeiten führen: Sollten sowohl Girona als auch Manchester City kommende Saison die Champions League erreichen, wird die UEFA genau hinschauen müssen, wie viel Einfluss City auf Girona hat.

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Immerhin: Am sportlichen Erfolg, an dem auch der bei Bayern München verschmähte Daley Blind seinen Anteil hat, gibt es keinen Zweifel. Bahnt sich also tatsächlich ein zweites Leicester an? „Es ist noch ein weiter Weg“, sagte Abwehrspieler Garcia, ebenfalls einst bei City aktiv: „Im Moment genießen wir einfach nur. Und dann schauen wir weiter.“ (sid/mp)

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