Rainer Koch spricht am DFB-Pult ins Mikrofon
  • Von Oktober 2013 bis März 2022 war Rainer Koch Vizepräsident des DFB.
  • Foto: dpa

Nach Wahlklatsche: Rainer Koch gibt alle Ämter auf

Die krachende Wahlniederlage auf dem DFB-Bundestag war selbst dem umstrittenen Spitzenfunktionär zu viel. Nun entschied sich der 63-Jährige, seinen Rückzug aus dem UEFA-Exekutivkomitee anzubieten.

Wenig blieb beim Deutschen Fußball-Bund in den vergangenen Jahren beim Alten. Die Präsidenten gaben sich die Klinke in die Hand, auch in anderen Führungspositionen regierte die Fluktuation – mit einer Ausnahme: Rainer Koch überstand über ein Jahrzehnt alle Krisen. Immer wieder klammerte sich der ebenso einflussreiche wie umstrittene Strippenzieher aus dem Hintergrund an seine Posten, doch die herbe Wahlklatsche beim DFB-Bundestag war selbst ihm zu viel. Nun macht er überraschend den Weg für einen deutschen Neuanfang im europäischen Fußball frei.

Rainer Koch eigentlich noch bis 2025 bei der UEFA

Er habe „gegenüber UEFA-Präsident Aleksander Ceferin und dem neu gewählten DFB-Präsidenten Bernd Neuendorf bereits unmittelbar nach dem DFB-Bundestag am 12. März angeboten, das UEFA-Exekutivkomitee zu verlassen, sobald ein Ausscheiden von mir aus dieser Funktion im Interesse des DFB und seines neuen Präsidenten sowie der UEFA für sachgerecht erachtet wird“, sagte der 63-Jährige. Eigentlich war Koch noch bis Frühjahr 2025 als einziger deutscher Vertreter ins wichtigste europäische Gremium gewählt.


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Von seinem Rückzugsangebot dürfte die neue DFB-Spitze um Präsident Bernd Neuendorf und dessen Vize Hans-Joachim Watzke nur zu gerne Gebrauch machen. Koch war beim Bundestag nach einer Kampfabstimmung gegen die Sportwissenschaftsprofessorin Silke Sinning überraschend krachend nach 15 Jahren aus dem DFB-Präsidium geflogen. „Es ging ihm schon mal besser als gerade. Fußball ist sein Leben“, sagte der neue 1. Vizepräsident Ronny Zimmermann damals.

Koch werden von seinen Kritikern zahlreiche Verfehlungen und Verstrickungen in dubiose Machenschaften vorgeworfen. „Wir werden uns sehr genau anschauen, was wir für Folgerungen daraus ziehen“, hatte Neuendorf bereits unmittelbar nach den Neuwahlen angekündigt. Er werde mit Koch „in Ruhe darüber sprechen. Wie nach einem Fußballspiel beginnt nun die Analyse“. Bei Koch selbst hat die nun zum Rückzug geführt – und zwar komplett aus der Verbandsarbeit.

Nach 18 Jahren: Koch beendet auch Karriere beim BFV

Denn er kündigte zugleich auch nach 18 Amtsjahren seinen Rückzug als Präsident des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) an. „Es stand für mich sofort außer Frage, dass ich das Ergebnis des DFB-Bundestags respektiere und im Interesse des BFV zu einem schnellen Wechsel in der Verbandsführung meinen Beitrag leiste“, sagte der dreimalige DFB-Interimspräsident: „Unter diesen Umständen ist es für den BFV besser, wenn ich nach 18 Jahren nicht – wie eigentlich seit langem geplant – noch ein letztes Mal kandidiere.“

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Stattdessen wolle er nun in seinen alten Beruf als Jurist zurückkehren – und der ersten Reihe im Fußball fernbleiben. (sid/brb)

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