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Investor Lars Windhorst vor dem Kieler Landtag
  • Hinterließ an vielen Stellen, an denen er auftauchte, verbrannte Erde: Investor Lars Windhorst
  • Foto: picture alliance/dpa/Frank Molter

Er wollte Hertha in die Champions League führen: Haftbefehl gegen Investor Windhorst

Er träumte davon, Hertha BSC zur ganz großen Nummer im deutschen Fußball zu machen. 374 Millionen Euro soll der Investor Lars Windhorst von 2019 bis 2022 in den Berliner Klub gepumpt haben. Nun ist ein Haftbefehl gegen den Unternehmer erlassen worden. Das berichtet die „Immobilien-Zeitung“.

Demnach habe das Amtsgericht Hannover einen Haftbefehl gegen Windhorst erlassen, weil dieser am 22. April nicht zu einer Gerichtsverhandlung erschienen ist. Der 47-Jährige war trotz Vorladung nicht zu einer Anhörung zum Insolvenzverfahren des Hannoveraner Ihme-Zentrums erschienen. Das Ihme-Zentrum ist ein großes Wohn-, Büro- und ehemaliges Einkaufszentrum in Hannover-Linden. Es gehört zum komplizierten Firmen-Geflecht von Windhorst.

Hertha BSC: Windhorst investierte 374 Millionen Euro und verkaufte für 65 Millionen

2022 hatte Windhorst 66,6 Prozent der Anteile an der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA gehalten. Auf einen Schlag verkaufte er seine Mehrheitsbeteiligung an die Private-Equity-Gruppe 777 Partners. Bei einer Gerichtsverhandlung in London räumte der in der englischen Hauptstadt lebende Unternehmer ein, dafür nur 65 Millionen Euro bekommen zu haben.

Das US-Unternehmen hatte Windhorst zuvor ein Darlehen über 50 Millionen Euro gewährt, daher waren nur 15 Millionen Euro ausgezahlt worden. Letztlich wurde der Hertha-Deal für den Mann, der 1993 sein erstes Unternehmen gründete und 2004 für seine ersten drei Unternehmen Insolvenz anmeldete, zum Millionen-Desaster.

Windhorsts Investments legten die Saat für den Hertha-Abstieg

Auf dem Transfermarkt landete Hertha einen Flop nach dem anderen. Der Investor geriet zudem in diverse Streitigkeiten mit der Vereinsführung. Windhorst hatte sogar eine israelische Sicherheitsfirma beauftragt, eine Kampagne zur Absetzung des Klub-Präsidenten Werner Gegenbauer zu organisieren.


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Auch für Hertha BSC wurde Windhorst als Investor ein beispielloses Debakel. Die Berliner verpassten nicht nur den angestrebten Sprung in die Champions League, sondern rutschten immer weiter ab. Konnte man sich 2022 noch über die Relegation gegen den HSV retten, stieg man 2023 als Tabellenletzter in die 2. Bundesliga ab. Nicht wenige sehen dafür die Schuld beim Ex-Investor, der offenbar die Saat für den Misserfolg gelegt hatte. Die abgelaufene Zweitliga-Saison beendete Hertha auf Platz neun, es war das schlechteste Abschneiden des Klubs seit 1996.

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Ärger mit der Justiz ist für Windhorst übrigens nichts Neues. Schon 2010 war er wegen Veruntreuung im Zusammenhang mit einer Insolvenz vom Landgericht Berlin zu einer Geldstrafe in Höhe von 108.000 Euro und einer einjährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Gegen den aktuellen Haftbefehl, der seit Ende Mai vorliegt, hat Windhorst Widerspruch eingelegt.

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