Christiano Ronaldo mit Nations League-Pokal
  • Christiano Ronaldo und die portugiesische Nationalmannschaft gewannen die letzte Nations League
  • Foto: WITTERS

Kracher-Halbfinale in der Nations League – für viele Fans bedeutungslos

Italien gegen Spanien, Belgien gegen Frankreich: Beim Final Four der Nations League kommt es zu klangvollen Duellen. Doch hinter dem Wert des Titels bleiben Fragezeichen. 

Ein 7,5 Kilo schwerer Silberpokal, Preisgelder in Millionenhöhe – und Duelle von Welt- und Europameistern: Das Finalturnier der Nations League wirkt auf den ersten Blick wie ein großes Fußballfest. Und doch fremdeln viele Fans, der künstlich geschaffene Wettbewerb spaltet immer noch die Gemüter. Um die Wertigkeit des Titels entbrannten vor dem Start am Mittwoch wieder einmal hitzige Diskussionen.

Axel Witsel zieht Champions League der Nations League vor

„Es ist keine Welt- oder Europameisterschaft“, sagte Belgiens Axel Witsel und legte direkt nach: „Wenn ich mich zwischen der Nations League und der Champions League entscheiden muss? Die Champions League!“ Dennoch werde in dieser Woche „ein Preis“ vergeben, führte der Dortmunder weiter aus: „Wir sind extrem motiviert und wollen endlich einen Pokal gewinnen.“

Dafür müssen die Roten Teufel in einer Neuauflage des WM-Halbfinals von 2018 am Donnerstag (20.45 Uhr) erstmal Weltmeister Frankreich aus dem Weg räumen. Tags zuvor fordert Spanien bereits Europameister Italien (20.45 Uhr/jeweils DAZN) zur kleinen Revanche nach dem kürzlich verlorenen EM-Halbfinale. Diese vier Teams gewannen im Jahr 2020 ihre Vorrundengruppen in der A-Liga und kämpfen um die Nachfolge des Premierensiegers Portugal.

322 Tage vergingen zwischen der in Coronahochzeiten durchgeprügelten Gruppenphase und dem Final Four in Italien, vorher war im übersättigten Fußballkalender schlicht kein Platz. Die Nations League wurde 2018 von der Europäischen Fußball-Union (UEFA) ins Leben gerufen, um die Zahl ungeliebter Freundschaftsspiele zu reduzieren. Doch gerade als solche sehen die mächtigen Fußballländer eben in Teilen auch die Partien der Nations League.


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Schließlich hält sich der Mehrwert in Grenzen. Zwar gibt es für die Topteams mit der Nations League einen Rettungsanker zur Qualifikation für die WM in Katar, doch diesen Umweg wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keiner der Halbfinalisten gehen müssen. So bleibt nur der 71 Zentimeter hohe Pokal, der finanzielle Reiz – und ein gewisser, wenn auch überschaubarer Prestigegewinn. 

Luis Enrique und Didier Deschamps schwärmen von Titelgewinn

„Das ist ein Wettbewerb, den wir gerne gewinnen würden“, sagte Spanien-Coach Luis Enrique dennoch. Die Furia Roja hatte Deutschland in der Vorrunde am letzten Spieltag mit einem 6:0 noch den Gruppensieg entrissen. Auch Didier Deschamps rief den Titel als „klares Ziel“ aus. Doch selbst der könne das schwache Abschneiden bei der EM „nicht auslöschen“, stellte der französische Coach klar.

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Und auch wenn die Nations League offenbar nicht einmal als Trostpreis taugt, bringt sie in diesem Jahr zumindest keine Mehrbelastung mit sich. Die Halbfinalisten wurden in der WM-Qualifikation extra in Fünfergruppen gesteckt, haben dadurch in dieser Woche zweimal spielfrei. So bleibt auch Zeit für das Finale am Sonntag (20.45 Uhr) im Mailänder San Siro – wo am Ende einer die mehr oder weniger begehrte Silbertrophäe in die Luft stemmen darf. (aw/sid)

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