DFB-Direktor Oliver Bierhoff
DFB-Direktor Oliver Bierhoff
  • Oliver Bierhoff hat seinen Vertrag beim DFB aufgelöst.
  • Foto: WITTERS

DFB-Hammer! Bierhoff löst Vertrag auf

Das ist ein Hammer! Oliver Bierhoff hat seinen bis 2024 laufenden Vertrag beim DFB aufgelöst. Das gab der Verband am späten Montagabend bekannt. Die Trennung fiel im beiderseitigem EInvernehmen. Bierhoff war seit 2004 für den DFB tätig, zuletzt als „Geschäftsführer Nationalmannschaft und Jugend“. Nach dem Vorrunden-Aus bei der WM in Katar war die Kritik am 54-Jährigen gewachsen.

Der DFB zieht damit personelle Konsequenzen aus dem zweiten WM-Vorrundenaus in Folge. Nicht etwa Bundestrainer Hansi Flick muss gehen, sondern Bierhoff. „Ich mache damit den Weg frei für neue Weichenstellungen“, ließ der ehemalige Stürmer in einer Stellungnahme wissen.

Vertrag aufgelöst: Bierhoff verlässt den DFB

Für diesen Mittwoch hatte die DFB-Spitze um Präsident Bernd Neuendorf und Vize Hans-Joachim Watzke in Frankfurt eine Krisensitzung einberufen, an der auch Bierhoff teilnehmen sollte. Noch am Donnerstagabend hatte er am ARD-Mikro nach dem 4:2 gegen Costa Rica einen Rücktritt kategorisch ausgeschlossen. Nun der Sinneswandel.

Bierhoff, der Deutschland 1996 im EM-Finale mit dem ersten Golden Goal der Geschichte zum Titel schoss, ließ verlauten: „Mein Wirken war stets getrieben von der Überzeugung mein Bestes für den DFB und die Nationalmannschaften zu geben. Umso mehr schmerzt mich das Abschneiden der Männer Nationalmannschaft bei den Weltmeisterschaften in Russland und Katar. Ich gehe deshalb auch nicht ohne die nötige Selbstkritik. In den vergangenen vier Jahren haben wir es nicht geschafft, an frühere Erfolge anzuknüpfen und den Fans wieder Grund zum Jubeln zu geben. Einige Entscheidungen, von denen wir überzeugt waren, haben sich nicht als die richtigen erwiesen. Das bedauert niemand mehr als ich. Dafür übernehme ich die Verantwortung.“

Sommermärchen, WM-Titel und drei Enttäuschungen

Angefangen hatte Bierhoff beim DFB unter Jürgen Klinsmann als Manager der Nationalmannschaft, 2018 wurde er zum Direktor jener ernannt, 2022 schließlich Geschäftsführer. In Bierhoffs Amtszeit fielen das Sommermärchen 2006 und der Titelgewinn 2014, der Manager aber geriet immer wieder in die Kritik, beispielsweise mit der Einführung des Marketingnamens „Die Mannschaft“ im Jahr 2015 – knapp sieben Jahre später wurde der Name wieder eingestellt. Immer wieder wurde Bierhoff für die Entfremdung zwischen Nationalmannschaft und Fans kritisiert. Sportlich lief es nach goldenen Jahren auch nicht mehr. Vorrundenaus 2018, Achtelfinal-Aus 2021 und jetzt die Katarstrophe.

In anderthalb Jahren steht die Europameisterschaft im eigenen Land an, dann ohne Bierhoff in der Verantwortung. „Oliver Bierhoff hat sich große Verdienste um den DFB erworben. Auch wenn die letzten Turniere hinter den sportlichen Zielen zurückblieben, steht er für große Momente. Sein Wirken wird für immer mit dem WM-Erfolg in Brasilien verbunden bleiben“, sagte Neuendorf, der jetzt den Neuaufbau der Nationalmannschaft vorantreiben wird.

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