• Bundestrainer Joachim Löw und sein EM-Aufgebot - wie aber steht es um die Hierarchie innerhalb des Kaders?
  • Foto: imago/Sven Simon

Diese fünf Stars geben im DFB-Team den Ton an

Sie alle bei Laune zu halten wird die große Kunst der kommenden Wochen sein. 26 Spieler wollen ihren Teil dazu beitragen, Deutschlands Fußball-Fans stolz zu machen. Wer aber gibt bei der EM den Ton im DFB-Team an? Die MOPO wirft einen Blick hinter die Fassade.

Der ersten Aufregung folgte am Freitagvormittag schnell die Entwarnung. Unter lautem Sirenen-Geheul fuhren mehrere Löschfahrzeuge vor dem Adidas-Firmengelände in Herzogenaurach vor, ein vermeintlicher Brand, der sich als Fehlalarm entpuppte. Den DFB-Kickern, die einen Steinwurf entfernt während des Trainings Zeugen der Geräuschkulisse wurden, konnte all das ohnehin nichts anhaben. Der volle Fokus gilt Frankreich und dem EM-Start. Auf nichts anderes brennen sie.

Wer sind die mächtigsten Spieler der DFB-Auswahl?

Wie aber sind die Strömungen innerhalb des Teams? Inwiefern hat sich die Hierarchie nach der Rückkehr der Weltmeister Thomas Müller und Mats Hummels verschoben? Die MOPO benennt die Machtzentrale der Mannschaft und die Gruppen dahinter.

Die Anführer: Fünf Stars geben innerhalb des Teams den Ton an. Die größten Wortführer sind Keeper Manuel Neuer (35) und Müller (31), der nach seiner Rückkehr sofort voll akzeptiert wurde. Ebenso Hummels (32), der intern allerdings zurückhaltender als Müller agiert. Sein Wort hat dennoch großes Gewicht. Das gilt auch für Vize-Kapitän Toni Kroos (31). Wenn der Weltmeister und vierfache Champions-League-Sieger spricht, hören alle zu, er strahlt eine natürliche Autorität aus. Abwehrmann Robin Koch sagt zu Kroos’ Ballsicherheit fast andächtig: „Ich habe noch nie einen Spieler gesehen, der in dem Bereich so gut ist.“ Vier Weltmeister und ein weiterer Anführer: Joshua Kimmich (26) zählt nach wie vor zum Führungszirkel, wenngleich er durch Müllers und Hummels Rückkehr in der Hierarchie etwas zurückfiel.

Antonio Rüdigers Wort hat immer mehr Gewicht

Die Ambitionierten: Nah dran an den mächtigsten Wortführern im Team ist mittlerweile Antonio Rüdiger (28). Durch den Champions-League-Triumph mit Chelsea hat sich der Abwehrmann zusätzliches Renommee verschafft, er trat schon vorher innerhalb der Mannschaft sehr selbstbewusst auf. Zum Kreis derjenigen, die den Laden mitführen sollen, zählen auch Leon Goretzka (26), der von Natur aus etwas ruhigere Ilkay Gündogan (30), Serge Gnabry (25) und Emre Can (27). Der Dortmunder hat perspektivisch das Zeug zur Chef-Rolle, scheut sich nie, intern Dinge anzusprechen. So geigte er kürzlich Leroy Sané im Training kräftig die Meinung.

Die Aufsteiger: Ein Trio macht von sich Reden und kletterte in den vergangenen Wochen auch die Hierarchie-Leiter nach oben. Matthias Ginter (27), der sich einen Stammplatz erkämpfte, ist im Team komplett akzeptiert. Robin Gosens (26) überzeugt nicht nur durch seine Leistung, sondern gewann auch dank seiner unkomplizierten, offenen Art die Sympathien seiner Kollegen. Auch auf dem Platz geht er schon lautstark voran. Der etwas ruhigere Kai Havertz (22) zählt ebenfalls zu dieser Gruppe – aufgrund seines enormen Könnens. Nachdem er Chelsea zum Champions-League-Titel schoss, blüht der Zauberfuß nun auch im Kreise der DFB-Kollegen noch stärker auf. Timo Werner (25) ist ebenfalls voll etabliert, schlägt intern aber eher die leiseren Töne an.

Von Leroy Sané muss deutlich mehr kommen

Die Mitläufer: Wo es Gewinner gibt, sind auch diejenigen, deren Erwartungen zuletzt getrübt wurden, nicht weit. Allen voran Sané (25), der im Kampf um einen Startplatz im Team wohl erstmal das Nachsehen haben wird. Intern wird der Bayern-Star kritisch beäugt – weil er sein gewaltiges Potenzial zu selten abruft. Auch Lukas Klostermann (25) rechnete sich Stammplatz-Chancen aus, wurde zuletzt aber ausgebremst. Komplett missverstanden fühlt sich zurzeit Abwehrmann Niklas Süle (25) – und trägt dieses Empfinden nach harscher Kritik auch ab und an zur Schau. Robin Koch (24), Kevin Volland (28) und die Ersatzkeeper Bernd Leno (29) und Kevin Trapp (30) sind, wenngleich sie sportlich nur eine kleine bis gar keine Rolle spielen dürften, wichtig fürs Team-Klima, sollen die Laune hochhalten.

Die Leisetreter: Neben Team-Küken Jamal Musiala (18), der bei dieser EM vor allem lernen soll, rangieren auch Marcel Halstenberg (29), Christian Günter (28) sowie die Gladbacher Jonas Hofmann (28) und Florian Neuhaus (24) am Ende der Team-Hierarchie – Letzterer allerdings mit der klaren Tendenz, schon bald einige Plätze gut machen zu können. Bereits bei der EM wird Neuhaus eine ordentliche Rolle zugetraut.

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