Robin Gosens jubelt mit dem DFB-Team gegen Portugal.
Robin Gosens jubelt mit dem DFB-Team gegen Portugal.
  • Die Geste eines großen Siegers: Robin Gosens bejubelt das 4:2 gegen Portugal.
  • Foto: imago/ActionPictures

Deutschlands neuer Fußball-Liebling: Gosens wird zum Giganten!

Deutschland hat einen neuen Fußball-Liebling und swingt kollektiv im Gosens-Takt. Nach dem 4:2 gegen Portugal überschlugen sich die Experten mit Lobeshymnen über den Linksverteidiger, der nun vor einer schwierigen Aufgabe steht: Er muss einfach cool bleiben. Irgendwie.

Zur absoluten Krönung hätten nur noch ein paar Berührungen gefehlt, aber die blieben Robin Gosens verwehrt. Papa Holger, Mama Martina und Schwester Chantal waren bei seiner Gala zwar in der Arena dabei, doch sie saßen einfach zu weit weg. Keine Chance auf eine Umarmung. So musste das Smartphone helfen. „Was hast Du denn da wieder gemacht?“, schrieb der vor Glück beseelte Holger Gosens seinem Sohn und sagte der MOPO: „Ich bin sprachlos und schwebe wie auf einer Wolke. Das ist wie ein schöner Traum, der bitte nicht aufhören soll.“

Nach diesem Spiel kennt jeder den Namen Robin Gosens

Die beeindruckenden Zahlen dieses Traumes, der real wurde: Ein Gosens-Treffer, zwei Vorlagen, dazu ein nicht gegebenes Tor. Unterm Strich ein Auftritt, den Portugals Sturm-Legende Nuno Gomes (44) gegenüber „t-online“ so zusammenfasste: „Nach diesem Spiel kennt jeder Robin Gosens‘ Namen. Selbst die Leute, die nicht so fußballinteressiert sind.“

Gosens erobert die Herzen. Der Mann, der nie in der Bundesliga spielte oder ein Nachwuchs-Leistungszentrum durchlief, der dann mit 18 Jahren sein Glück zunächst in Holland suchte und sich nun zum dritten Mal in Folge mit Atalanta Bergamo für die Champions League qualifizierte. Der nach schlechten Erfahrungen Beratern misstraut und sich diesbezüglich von seinem Vater vertreten lässt. Mittlerweile haben ihn zahlreiche europäische Top-Klubs auf dem Zettel.

Gosens schwärmt: „Ein Abend, den ich nie vergesse“

Ziemlich viel für den 26-Jährigen, der nach der Partie hin und weg war. „Der Sieg bedeutet mir alles“, stellte er klar und bilanzierte den Abend: „Das ist nicht in Worte zu fassen, wenn man den Verlauf meiner Karriere sieht. Das wird einer der Abende sein, den ich niemals vergessen werde.“

Ein echter Typ, dieser Gosens. Authentisch, demütig und immer bereit, sein Herz auf dem Platz zu lassen. Die Fans in München verabschiedeten ihn, der bis vor kurzem noch den meisten eher unbekannt war, mit Sprechchören.

Löw lobt den neuen DFB-Shootingstar Gosens

Da wollte dann auch Joachim Löw nicht mit Lob sparen. „Wir schätzen Robin sehr“, ließ der Bundestrainer wissen. „Er ist sehr offen, mit einer guten Kommunikation. Robin hat sehr schnell bei uns einen guten Draht zu allen Spielern gehabt. Er ist so, wie sein Spiel ist: klare Kante.“

Nun ist Gosens dabei, sich auf der linken Seite festzubeißen. Und vielleicht ist es ja ganz gut, dass er mit Thomas Müller einen Mann an seiner hat, der darauf achtet, dass das rechte Maß nicht verloren geht. Der Bayern-Star belegt mit Gosens, Leon Goretzka und Ersatzkeeper Kevin Trapp eine Vierer-WG im DFB-Quartier in Herzogenaurach. Auffällig, dass Müller nach dem Portugal-Spiel dezente Töne Richtung Gosens anschlug. „Er hat das gemacht, was wir von ihm verlangen“, so der 31-Jährige bei „Magenta TV“. „Er hat das ordentlich gemacht. Aber auch nur 60 Minuten, das muss man auch mal sagen.“ Dann, nach seinem Tor zum 4:1, ging Gosens raus, weil die Adduktoren leicht zwickten.

Gosens wird nach Portugal-Spiel mit Lob überschüttet

„Besser 60 gute Minuten als 90 schlechte“, konterte Gosens seinen Mitspieler sogleich augenzwinkernd aus, ehe er sich seinem Handy widmete. „Das ist explodiert! Ich werde versuchen, das jetzt mal alles ein wenig zu ordnen.“

Bis Mittwoch muss er damit fertig sein, dann warten die Ungarn. Trotz aller Lobgesänge und den Lockrufen größerer Klubs stellt Gosens klar: „Das schaue ich mir alles mal nach der EM an. Jetzt will ich erstmal soweit wie möglich mit Deutschland kommen und abliefern.“ So, wie er es bisher bei der EM getan hat.

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