HSV-Nachwuchschef Horst Hrubesch
HSV-Nachwuchschef Horst Hrubesch
  • Bevor Horst Hrubesch als Nachwuchschef zum HSV zurückkehrte, war er fast 20 Jahre lang für den DFB tätig.
  • Foto: imago/Zink

„Das geht mir zu weit!“ HSV-Idol Hrubesch nimmt Löw in Schutz

Er steht schon wieder in der Kritik. Vor dem zweiten EM-Auftritt des DFB-Teams gegen Portugal sind die Augen auf Joachim Löw gerichtet. Bekommt der Bundestrainer am Samstag bei seinem Abschiedsturnier die Kurve? Oder setzt sich der Trend vom 0:1 gegen Frankreich fort? Auch Horst Hrubesch (70) nimmt die misstrauische Stimmung, die Löw umgibt, wahr – und verteilt via MOPO einen Rüffel an die Kritiker des 61-Jährigen.

Taktik-Diskussionen, personelle Debatten: Deutschland, die Nation der 83 Millionen Bundestrainer, ist in Wallung gekommen. Hrubesch, der fast 20 Jahre lang beim DFB arbeitete und Löw bestens kennt, sagt nun: „Man sollte die Kirche mal im Dorf lassen! Jogi weiß, was er zu tun hat.“

Hrubesch und DFB-Coach Löw kennen sich seit vielen Jahren

Hrubesch ist einer der Wenigen, der öffentlich eine Lanze für Löw bricht. „Jogi Löw ist so lange dabei, wir sprechen über fast 200 Länderspiele“, stellt der HSV-Nachwuchschef klar. „Ich würde behaupten: Die allermeisten seiner Entscheidungen waren gut. Und ganz sicher denkt er auch bei taktischen Dingen intensiv darüber nach, was das Beste für die Mannschaft ist.“

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Dass Trainer mit Kritik umgehen müssen, ist auch Hrubesch bewusst. Er hat es selbst viele Jahre lang erlebt. „In meiner Karriere war es so, dass mich Kritik natürlich auch mal getroffen hat“, erinnert er sich. „Ich habe mir irgendwann angewöhnt, nicht immer alles zu lesen und mir zu Herzen zu nehmen. Man muss die Dinge, die man tut, aus Überzeugung machen und möglichst die Spieler mit ins Boot holen.“

1980 machte Hrubesch Deutschland zum Europameister

Eines aber nervt den EM-Helden von 1980 (da traf Hrubesch beim 2:1 im Finale gegen Belgien doppelt) dann aber doch: „Kritik ist legitim. Was mich manchmal irritiert, ist, wenn sich aktive Funktionäre zu Wort melden und Jogi Löw kritisieren. Da hat man manchmal den Eindruck, die haben selbst nie Fehler gemacht. Das geht mir etwas zu weit.“

Löw hat es am Samstag (18 Uhr, ARD) in der Hand, seine Kritiker vorerst verstummen zu lassen. Auch Hrubesch weiß: „Portugal zu schlagen, wäre jetzt natürlich sehr wichtig. Aber es gibt genug Hoffnungsträger, die es richten können. Gnabry, Müller, Hummels, die haben alle das Zeug dazu.“

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