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St. Pauli-Trainer Fabian Hürzeler gibt am Spielfeldrand Anweisungen
  • Weiter, immer weiter! Fabian Hürzeler läuft auch nach dem Aufstieg auf Hochtouren.
  • Foto: WITTERS

Voll im Oliver-Kahn-Modus! Warum Fabian Hürzeler einfach nicht abschalten kann

Meister der Zweiten Liga wollen und müssen sie erst noch werden. Meisterlich gefeiert hat die Mannschaft des FC St. Pauli – Chefcoach Fabian Hürzeler und sein Trainerteam eingeschlossen. Während er bei seinen Spielern zum Start in die Vorbereitung auf das Saisonfinale in Wiesbaden die Zügel „etwas lockerer“ ließ, machte er für sich keine Ausnahme. Seine Art, den Aufstieg zu genießen, heißt arbeiten. Man könnte auch sagen: Fabian Hürzeler macht auch in der braun-weißen Aufstiegseuphorie Fabian-Hürzeler-Sachen. Schafft es der „Footballaholic“ überhaupt, in der Sommerpause mal abzuschalten und runterzufahren vor dem Angriff in der Bundesliga?

Darauf angesprochen, ob er in den Tagen nach dem Aufstieg den Erfolg und all die Emotionen und Erlebnisse schon sacken lassen und in ruhigen Momenten genießen konnte, speziell an den beiden freien Tagen, musste Hürzeler schmunzeln. „Es ist tatsächlich nicht so einfach, von heute auf morgen zu sagen: ich mache jetzt einfach mal nichts.“

Fabian Hürzeler: „So ein innerlicher Flow“

Anders als seine Spieler hatte Hürzeler nämlich am Tag nach dem Aufstieg und der anschließenden Party bis tief in die Nacht nicht frei, sondern einen Termin. Im Millerntorstadion. Pressekonferenz und Medienrunden. Im XXL-Format. „Und dann“, berichtet der 31-Jährige, „war der Fokus sofort wieder auf Wiesbaden.“

Typisch Hürzeler, den Sportchef Andreas Bornemann in der MOPO als „im besten Sinne des Wortes ein Fußballbesessener“ bezeichnete. Der Coach kann gar nicht anders. „Es ist so ein innerlicher Flow, so ein Rhythmus, dem ich nachgehe, und den ich von heute auf morgen auch nicht abstellen kann“, beschreibt der Durchstarter seinen Antrieb.

Ganz nach dem Oliver-Kahn-Motto: Weiter, immer weiter! Er kann nicht anders. Und findet das auch überhaupt nicht schlimm.

Fußball ist für Hürzeler Beruf, Leidenschaft und Hobby

Für Hürzeler ist Fußball zwar Beruf, aber vor allem auch Berufung, eine Liebe zum Sport. „Ich betone das immer wieder: für mich ist das eine Leidenschaft, der ich nachgehen kann“, sagt der gebürtige Texaner, der in Freiburg und München aufgewachsen ist. „Für mich ist das kein Zwang, zur Arbeit gehen zu müssen und mir Wiesbaden anzuschauen. Ich mache das unfassbar gerne. Ich verbringe sehr, sehr viel und auch gerne Zeit mit meinem Staff. Einfach weil es Spaß mit ihnen macht.“ Hochmotiviert geht er als „Leader“ voran und reißt seine Mitstreiter mit, wie Torwarttrainer Marco Knoop der MOPO erzählte.

Sich intensiv mit Fußball zu beschäftigen, sei für ihn nach wie vor auch ein „Hobby“, wie Hürzeler es nennt. Spaß. Job und Freizeit zugleich. In der Winterpause flog er über die Weihnachtstage nach England und schaute sich, natürlich, auch einige Premier-League-Spiele an. Dementsprechend sei der Trainingsalltag „für mich nicht arbeiten müssen, sondern arbeiten dürfen“.

Kann Hürzeler vor dem Start in die Bundesliga abschalten?

Aber braucht er nicht auch mal irgendwann Abstand nach so einer körperlich und vor allem mental kräftezehrenden Saison? Zeit, all die Monate, diesen wilden und wahnsinnig erfolgreichen Ritt durch 34 Spieltage, zu verarbeiten? Das Erreichte zu genießen? Ganz in Ruhe? „Eventuell kommt das in der Sommerpause. Aber ich glaube auch da wird es definitiv Fußballthemen geben.“ Sagt’s – und grinst.

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Schließlich gilt es, St. Paulis Spielstil zu modifizieren, um auch in der Bundesliga konkurrenzfähig und erfolgreich sein zu können. Wer Fabian Hürzeler kennt, der ahnt, wie groß die Chance auf Urlaubstage ohne Gedanken an Fußball sind.

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