Finn Ole Becker
Finn Ole Becker
  • Finn Ole Becker und St. Pauli tun sich in Paderborn schwer
  • Foto: WITTERS

Blitz-Platzverweis und Pleite in Paderborn: Führung hilft St. Pauli nicht

Auf die denkbar unsanfteste Weise ist der FC St. Pauli nach dem Derby-Erfolg über den HSV wieder geerdet worden. Die Mannen von Timo Schultz verloren vor 6000 Zuschauer:innen nicht nur mit 1:3 (1:1) in Paderborn, sondern auch noch Kapitän Philipp Ziereis sehr früh durch Platzverweis. Die Braun-Weißen wehrten sich mit aller Macht gegen die sich anbahnende Niederlage, hatten auch Möglichkeiten, aber an diesem Samstagnachmittag lief nahezu alles gegen sie.

Das Spiel war noch keine sechs Minuten alt, da war alles an Vorbereitung bereits Makulatur. Die Gäste hatten den Start bis dahin komplett verpennt, fahrig und unkonzentriert gewirkt, was schließlich im Platzverweis von Philipp Ziereis mündete. Der Kapitän verschätzte sich bei einem langen Ball von SCP-Keeper Huth, griff den frei vor Nikola Vasilj auftauchenden Michel bei dessen Abschluss an die Schulter. Der verzog und fiel hin, Schiri Benjamin Brand entschied auf Notbremse und Elfmeter. Ebenso hart wie vertretbar.

Die Höchststrafe in Form eines Rückstands verhinderte Vasilj, der Srbenys Strafstoß parierte und damit die Kollegen dahingehend erweckte, als dass die fortan Präsenz in den zahlreichen Zweikämpfen zeigten und die naturgemäß feldüberlegenen Hausherren vom Tor weghalten konnten.

Nach frühem Platzverweis: Burgstaller mit dem Führungstreffer für die Kiezkicker

Je mehr Zeit ins Land schritt, desto mehr Sicherheit fand St. Pauli auch auf dem Weg nach vorn – und lag nach einem Konter der Marke Bilderbuch plötzlich vorne! Über Jakov Medic, Daniel-Kofi-Kyereh, Finn Ole Becker und wieder Kyereh landete der Ball bei Guido Burgstaller, der Huth mit einem herrlichen Schlenzer aus 20 Metern keine Chance ließ (28.).
Den anschließenden Belagerungszustand überstand St. Pauli dank sehr guter Ordnung und viel Laufarbeit ohne große Probleme, lediglich ein Kopfball von Schuster (39.) barg so etwas wie Gefahr. Der Pausenpfiff nahte – aber als es schließlich in die Kabinen ging, stand es 1:1. Wieder hatte St. Pauli getroffen, diesmal allerdings in Person von Adam Dzwigala ins eigene Netz. Sein Versuch, eine Yalcin-Flanke zu klären, missriet komplett (44.).

Nackenschlag Nummer zwei, der dritte folgte unmittelbar nach der Pause. Weil van der Werff wegrutschte, lief Kyereh mutterseelenallein auf Huth zu, hatte alle Optionen – und scheiterte am Schlussmann (47.). Eine erneute Führung wäre so wichtig gewesen, jetzt wurde der Rucksack für die Gäste gefühlt noch schwerer.

Paderborn hielt den Druck der ersten Hälfte aufrecht und kam jetzt auch zu Chancen. Mehlem verzog zweimal (49., 59.), Vasilj parierte gegen Schallenberg (52.), auch Srbeny zielte daneben (56.). Und dann signalisierte Dzwigala auch noch, dass es nicht mehr weiterging.

Chancenwucher St. Pauli – Paderborn eiskalt

Noch ehe Christian Viet für ihn kam, hatte Becker mit seiner letzten Aktion (für ihn kam direkt danach Rico Benatelli) die Kiezklub-Führung auf dem Fuß. Seinen tollen Abschluss aber drehte Huth noch gerade so um den Pfosten (62.). Und weil der Tag ein gebrauchter war, folgte die Strafe auf dem Fuß, und zwar durch den rechten selbigen des just eingewechselten Pröger. Dessen Knaller aus 20 Metern landete unhaltbar im langen Eck (65.), Burgstaller schimpfte ob eines Abstimmungsfehlers in der Entstehung wie ein Rohrspatz.

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Wie viele Rückschläge kann dieses Team verkraften? Die Antwort zeigte der Kiezklub im Anschluss und drückte auf den Ausgleich. Kyereh verzog aus 16 m knapp (70.), Huth fischte Eric Smiths Schlenzer aus dem Eck (75.), aber mehr wollte trotz allen Eifers nicht mehr rausspringen. Stattdessen setzte es mit dem Schlusspfiff nach einem Konter noch das 1:3 durch Michel.

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