Paqarada, St. Pauli
Paqarada, St. Pauli
  • Leart Paqarada (l., hier gegen Aues John-Patrick Strauß) will mit St. Pauli den neunten Heimsieg in Serie einfahren.
  • Foto: WITTERS

St. Pauli hat keinen Bock auf Druck: „Wir können nur gewinnen“

Vorfreude ja, Druck – vor allem negativer Natur – nein: Mit dem Heimspiel gegen den FC Erzgebirge Aue startet der FC St. Pauli am Samstag in die zweite Saisonhälfte. Trainer Timo Schultz sieht seine Mannen bestens vorbereitet, und auch die Profis geben sich guter Dinge.

Tabellenführer gegen Abstiegskandidat, dominante Heim-Macht gegen das zweitschlechteste Auswärtsteam der Liga – die Rollen sind relativ eindeutig verteilt vor dem Duell  mit der Truppe von Ex-Kapitän Sören Gonther. Und trotzdem mahnt Schultz davor, irgendwelche Selbstläufer zu erwarten oder die drei Punkte schon vorab  eingetütet zu wissen.

St. Paulis Coach Timo Schultz hat Respekt vor der Zweitliga-Erfahrung des Gegners

„Wir werden auf eine sehr Zweitliga-erfahrene Mannschaft treffen, die versuchen wird, die Räume eng zu halten, die aber auch immer kicken will“, sagte der 44-Jährige, der bekanntlich seinen Vertrag auf dem Kiez frisch verlängert hat. „Sie haben mit Männel einen Torwart, der wirklich spielstark ist und eine Achse mit Gonther, Hochscheidt, Riese und Fandrich auf der Sechs und Nazarov vorne drin, die seit Jahren, gefühlt seit Jahrzehnten in der zweiten Liga spielt und die genau wissen, was sie abrufen müssen.“ Man müsse da vorsichtig sein.

Man darf getrost davon ausgehen, dass der Coach den Seinen diese Botschaft auch verständlich übermittelt hat. Gleiches gilt für die generelle Herangehensweise, an der sich trotz Herbstmeisterschaft und Platz eins über den Jahreswechsel nichts geändert hat.  „Wir befassen uns mit der aktuellen Situation – wir sind wir Erster, die Gejagten, wir haben was zu verlieren – nicht. Das sind nicht unsere Themen“, sagte Schultz und fragte rhetorisch: „Was haben wir denn zu verlieren? Wir haben nur was zu gewinnen.“ Nämlich das neunte Heimspiel in Serie und drei weitere Punkte.

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„Auf jeden Fall mit einem positiven Gefühl“ geht Sturm-Kandidat Etienne Amenyido in die Partie. „Ich denke, dass wir die Mittel finden werden, um zu den Chancen zu kommen, die wir haben wollen.“ Christopher Buchtmann, der wohl als Vertreter für Daniel-Kofi Kyereh in die Startelf rücken wird, will mit seinen Mannen „voller Elan und Energie“ zu Werke gehen und „daran anknüpfen, wie die letzten Heimspiele waren“.

„Nur“ 2000 Zuschauer:innen am Millerntor: Schultz hat Verständnis für die Politik

Und das mit der Unterstützung von immerhin 2000 Zuschauer:innen. „Es ist schon Unterschied, ob gar keiner da ist beziehungsweise nur Oke Göttlich oder eben 1000 oder 2000“, sagte Schultz. Von den erhofften „Festtagen hier in Hamburg“ (Schultz) mit dem BVB-Pokalkracher am Dienstag und dem Derby im Volkspark am Freitag ist man angesichts der schon lange nicht mehr nachvollziehbaren Entscheidungen aus der Politik allerdings meilenweit entfernt.

„Manche Sachen kann man verstehen, manche nicht“, befand Schultz und wagte einen Vergleich: „Ich als Trainer muss mich davon lösen, dass ich eine perfekte Entscheidung treffen werde. Ich glaube, dass geht der Politik momentan genauso.“

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