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Schultz, St. Pauli
  • Timo Schultz gibt sich vorm Schalke-Spiel durchaus optimistisch.
  • Foto: WITTERS

„Zu 100 Prozent“: Warum Schultz so positiv aufs Schalke-Spiel blickt

Das einzig Positive an Negativserien ist, dass sie mit zunehmender Dauer immer mehr dafür sorgen, dass dem Betroffenen nichts mehr zugetraut wird. Entsprechend tritt der FC St. Pauli nach fünf sieglosen Partien am Stück plus innerer Unruhe plus Corona-Welle am Samstagabend ohne jede Form von Erwartungshaltung beim großen FC Schalke 04 an. Niemand setzt auf die gepeinigten Kiezkicker – ideale Voraussetzungen für ein kleines Fußball-Wunder?

„Dass wir uns momentan in einer Ausnahmesituation befinden, ist jedem bewusst“, erklärte Timo Schultz und ergänzte: „Vielleicht ist gerade das unsere Chance. Dass wir ein bisschen unbeschwerter hinfahren können und wir nach den Sachen, die in den letzten Wochen passiert sind, als krasser Außenseiter gehandelt werden.“ Wenn man das nutzen könne, um es in positive Energie umzuwandeln, „dann bin ich mir sicher, dass wir ein richtig gutes Spiel machen und für Schalke ein richtig unangenehmer Gegner sein werden“.

St. Pauli-Coach Schultz verspricht: Werden alles in die Waagschale werfen

In jedem Fall erwarte er von den übrig gebliebenen Seinen, dass sie alles investieren, was an Körnern noch vorhanden ist am vorletzten Spieltag. „Ich vertraue den Jungs zu einhundert Prozent und bin mir sicher, dass wir auf Schalke alles in die Waagschale werfen werden“, erklärte der Coach. Das habe man in den anderen Spielen auch gemacht, da habe es mal besser und mal schlechter geklappt. Man könne den Jungs nicht vorwerfen kann, dass sie nicht alles gegeben hätten. „Das erwarte ich auch am Sonnabend wieder.“

Überhaupt taugt Schultz nicht dazu, frühzeitig mit weißen Fahnen zu winken. Egal, wie widrig die Lage derzeit zu sein scheint. „Glaube. Liebe. Hoffnung. Das ist sozusagen unser Vereins-Mantra“, sagte der 44-Jährige. „Auch in den schweren Phasen und nach Spielen, die nicht so gut liefen, habe ich gesagt, dass ich überzeugt von meinen Jungs bin.“

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Und die sollen sich am besten von einem seiner Ex-Klubs was abgucken. „Das Schalker Spiel gegen Bremen ist eine gute Blaupause für unser Spiel“, befand Schultz, auch Darmstadts Hinrunden-Auftritt in Gelsenkirchen hat er nicht vergessen. Gegen diese Kontrahenten kassierte Königsblau insgesamt neun (!) Gegentreffer, quasi alle nach identischem Muster. „Die Schalker wollen und werden nach vorne spielen, sie wollen die drei Punkte bei sich behalten. Da liegt immer eine Chance drin“, urteilte Schultz. Er glaube, dass St. Pauli noch immer die konterstärkste Mannschaft der Liga ist, „und so ist es für uns immer eine Option, nach Ballgewinnen schnellstmöglich nach vorne in die Spitze zu spielen“.

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Wobei die taktische Ausrichtung natürlich auch daran hängt, wen Schultz überhaupt einsetzen kann: „Ich muss erst mal gucken, welches Personal ich zur Verfügung habe und wie ich die Stärken der Jungs einsetzen kann.“ Gelingt ihm das perfekt, ist ein kleines Wunder durchaus drin. Wenn nicht, wird es kaum jemanden geben, der davon überrascht oder enttäuscht wäre.

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