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St. Pauli-profis jubeln mit den Fans
  • St. Pauli feiert die Rückkehr an die Spitze.
  • Foto: WITTERS

„Dieses Glück haben wir uns verdient!“ St. Pauli stürmt an die Spitze

Die Einladung war am Freitagabend aus Kiel eingetrudelt, unterschrieben von Eintracht Braunschweig – und der FC St. Pauli hat sie dankend angenommen. Der Kiezklub nutzte die Heimpleite der Störche gegen die Löwen, schlug den 1. FC Kaiserslautern am Ende hochverdient mit 2:0 (1:0) und feierte am mit 29.456 Fans am ausverkauften Millerntor gleich zum Rückrundenstart die Rückkehr an die Tabellenspitze, ist nun wieder Gejagter statt Jäger. „Macht nichts, dadurch ändert sich für uns nichts”, befand Coach Fabian Hürzeler, der sich insgesamt sehr zufrieden mit der Dargebotenen zeigte.

Dass es vor Beendigung des zwölfminütigen Stimmungsboykotts zu Beginn nicht schon mal richtig laut wurde im Stadion, war so nicht zwingend nötig. Schon nach 42 Sekunden hatte Marcel Hartel nach Flanke von Aljoscha Kemlein die Führung auf dem Kopf, kam aber nicht mehr richtig hinter den Ball. Und nach drei Minuten bekam Manolis Saliakas nach klasse Vorarbeit von Eric Smith die Murmel frei vor Keeper Krahl nicht unter Kontrolle. Auf der Gegenseite lud Philipp Treu, in der Jugend für den FCK aktiv, seinen Ex-Klub mit einem schlimmen Fehlpass in der eigenen Hälfte freundlich ein, aber Nikola Vasilj lenkte Ritters Abschluss mit den Fingerspitzen noch über den Querbalken (5.).

Kemlein-Balleroberung leitet St. Pauli-Führung ein

Als die Fans dann endlich aktiv mitwirken durften, wurde es auf dem Feld deutlich ruhiger. St. Pauli hatte zwar alles größtenteils im Griff, tat sich gegen hochstehende Gäste aber enorm schwer beim Kreieren von Lösungen und verpasste es häufig, im richtigen Moment tiefe Bälle einzusetzen. Und wenn sie denn kamen, dann meist zu ungenau.

Elias Saad sorgte für die Hamburger Führung gegen Kaiserslautern. Das 1:0 war sein viertes Tor in dieser Saison. WITTERS
Elias Saad jubelt über sein Führungstor gegen Kaiserslautern.
Elias Saad sorgte für die Hamburger Führung gegen Kaiserslautern. Das 1:0 war sein viertes Tor in dieser Saison.

So tat sich lange nicht Erwähnenswertes, das nächste Highlight war dann aber gleich ein Tor. Kemlein eroberte nach Fehler von Touré am Lauterer Strafraum den Ball, spielte ihn zu Marcel Hartel, der die Kugel zu Elias Saad durchsteckte. Und der ließ Krahl aus wenigen Metern keine Chance, das 1:0 (34.). Fast hätte Saad noch vor dem Wechsel nachgelegt, sein Versuch aus Nahdistanz wurde aber von Touré geblockt (42.). Auf der Gegenseite musste Vasilj noch einen Ritter-Freistoß um den Pfosten drehen (44.), dann war Pause.

Nach der Pause viel Dusel für St. Pauli

Entscheidend für den weiteren Verlauf sollten die ersten Minuten nach dem Seitenwechsel werden. Zunächst verpasste Hartel, der an Krahl scheiterte, den zweiten Treffer. Und dann wurde es turbulent bis skurril, zwei Mal gleich, beide Male vorm braun-weißen Gehäuse. Zunächst in Minute 53, als ein weiterer Ritter-Freistoß an den Innenpfosten krachte, Touré den Nachschuss an die Latte setzte und Saliakas den nächsten Versuch von Elvedi per Kopf von der Linie kratzte.

Der FC St. Pauli schlägt Kaiserslautern und darf sich über drei Punkte im Aufstiegskampf freuen. WITTERS
Der FC St. Pauli jubelt über wichtige drei Punkte im Aufstiegskampf.
Der FC St. Pauli schlägt Kaiserslautern und darf sich über drei Punkte im Aufstiegskampf freuen.

Viel, viel Dusel für die Hausherren! Und die Szene war kaum verarbeitet, da folgte schon die zweite dieser Art. Der überragende Vasilj kratzte einen von Saliakas unglücklich abgefälschten Eckball von der Linie, allerdings direkt vor die Füße von Elvedi, der das Spielgerät aber aus zwei Metern nicht im leeren Tor unterbringen konnte (56.). „Ich denke, dass wir uns dieses Glück verdient haben, weil wir es in den letzten Spielen der Hinrunde nicht hatten”, befand St. Paulis Schlussmann und fand Unterstützung bei Hauke Wahl. „Wir haben uns das auch erarbeitet. Ich weiß nicht, wie viele Füße in den Szenen davor waren. Ich glaube, man hat über das ganze Spiel gesehen, dass wir unbedingt zu Null spielen wollten.”

Hartel-Abstauber zieht den Roten Teufeln den Stecker

Das gelang auch deshalb, weil die Hamburger keineswegs erschrocken wirkten, sondern vielmehr zum Gegenschlag ausholten. Ein Schuss von Oladapo Afolayan landete noch am Pfosten (58.), sechs Minuten später aber wackelte das Pfälzer Netz zum zweiten Mal. Über Saad und Kemlein kam der Ball zu Eggestein, dessen Schuss Krahl vor die Füße von Hartel abwehrte, der zum 2:0 abstaubte (64.).

Damit war den Roten Teufeln der Stecker gezogen, St. Pauli boten sich fortan reichlich Chancen, die Nummer deutlicher zu gestalten. Saad (65., 72.), Eggestein (70.) und Hartel (88.) vergaben aber auch die dicksten Dinger, womit Hürzeler aber leben konnte. „Natürlich tut ein Tor jedem Spieler gut, aber vielleicht haben sie sich das ja für die nächsten Spiele aufgehoben.”

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Wahl sah das dezent anders und monierte: „Wir müssen einfach den Sack zumachen nach dem 2:0″, sagt er und fügte an: „Wir haben uns dann darauf verlassen, dass wir einfach gut verteidigen. Aber das haben wir auch gemacht.” Tatsächlich stand endlich mal wieder die Null, „das war ein Schwerpunkt in der Wintervorbereitung”. Und in dem Bereich habe man sich signifikant gesteigert, sehr zur Freude auch von Hürzeler, der die Arbeit gegen den Ball explizit hervorhob. „Da muss ich meinen Jungs ein Lob aussprechen. Das haben sie sehr gut gemacht, gemeinsam verteidigt. Und dementsprechend bin ich auch sehr happy, dass sie sich mit der Null belohnt haben.”

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