Der Blick geht am ersten vollen Tag des Trainingslagers und nach langer Leidenszeit nach vorne bei Sebastian Ohlsson.
Der Blick geht am ersten vollen Tag des Trainingslagers und nach langer Leidenszeit nach vorne bei Sebastian Ohlsson.
  • Der Blick geht am ersten vollen Tag des Trainingslagers und nach langer Leidenszeit nach vorne bei Sebastian Ohlsson.
  • Foto: WITTERS

Vertrag läuft aus: Ohlsson träumt von Bundesliga mit St. Pauli

Vor nicht allzu langer Zeit sah die sportliche Welt des Sebastian Ohlsson eher grau aus. Klar, die Mannschaft spielte erfolgreich. Aber, so betont der 2021 fast acht Monate lang verletzte Schwede: „Es ist das schlimmste für einen Fußballer, nicht spielen zu können.“ Wegen der Leidenszeit war auch sein Stammplatz futsch – war. Denn plötzlich sieht alles ganz anders aus. 

Die Adduktoren-Schmerzen liegen hinter Ohlsson und die zweite Saisonhälfte vor ihm. Mit dem am Knie verletzten Jannes Wieckhoff und dem Corona-Patienten Luca Zander fehlen zwei von drei Rechtsverteidigern. Wenngleich sich seine Einsatz-Chancen dadurch drastisch erhöhen, freut das Ohlsson nicht. „Dadurch fehlt der Konkurrenzkampf“, moniert er. „Ich hoffe also, dass die beiden bald zurück sind, zurzeit bin ich allein.“

Ohlsson hat kuriose Schlafprobleme und viel gearbeitet

So wie auch nachts in Spanien. Denn die Corona-bedingten Einzelzimmer sind wohl der einzige Vorzug der Pandemie. „Da schnarcht dann niemand“, sagt Ohlsson, der in der ersten Nacht in Benidorm dennoch mehrfach aufwachte, lachend. Seinen Schlaf störten da die inzwischen gewohnten Gedanken an Tochter Lykke, die vor gut einem Jahr zur Welt kam. „Ich habe sie gesucht, aber natürlich nicht gefunden“, erklärt der 28-Jährige die nächtliche Konfusion.

Das erste Weihnachten mit Kind sei „eine schöne Zeit“ gewesen, allerdings auch eine trainingsreiche. „Für mich war das besonders wichtig, ich habe einige Extra-Einheiten absolviert“, berichtet Ohlsson. Nach seinem Einsatz im Testspiel gegen Viborg Anfang November, dem ersten nach siebeneinhalb Monaten, hatte er berichtet, er sei „tot“. Inzwischen fühle er sich „schon viel besser. Aber ich brauche Spiele, um mir die letzten Prozente zu holen“.

„Wir sind in einer guten Position für den Aufstieg“

Wird er wohl bekommen, er ist ja rechts hinten der einzig Fitte, der endlich wieder Fitte. Die Zeit der Verletzung sei „kein Spaß“ gewesen. „Wenn es nicht gut läuft, willst du helfen“, erklärt er, „und wenn es gut läuft, willst du auch dabei sein.“ Dabei ist Ohlsson (vier Saison-Einsätze) wieder, jetzt muss nur der Erfolg her. Könnte klappen. „Wir sind in einer guten Position für den Aufstieg“, hat er erkannt, „aber es kann noch viel passieren.“ 

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Wie es auch ausgeht, was mit Ohlsson, seit 2019 bei St. Pauli, persönlich im Sommer geschieht, ist offen. Sein Vertrag läuft aus, Gespräche gab es schon, der Wunsch ist klar: „Natürlich rufen auch andere Klubs an, aber für mich zählt nur St. Pauli“, sagt er und hat für den Sommer auch noch das Andere im Kopf, über das „man eigentlich nicht zu viel nachdenken darf“ – es hin und wieder aber wohl doch tut. „Natürlich“, sagt Ohlsson, „wäre es ein Traum, aufzusteigen und Bundesliga zu spielen.“

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