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Miyaichi, St. Pauli
  • Noch am Mittwoch hatte Ryo Miyaichi für Japan auf dem Platz gestanden.
  • Foto: Imago

Ryo Miyaichi: Schlimmer Schlag nach Nationalef-Comeback

Man muss angesichts der welt- und gesundheitspolitischen Lage sicher sensibel sein mit Begrifflichkeiten, wenn es „nur“ um Profi-Fußball geht. Aber das, was sich Gevatter Schicksal für Ryo Miyaichi so ausgedacht hat, ist zumindest grundböse und für einen Sportler in der Summe schwer zu verkraften. Der ehemalige St. Paulianer war gerade auf einem steilen Weg zurück zu ursprünglicher Verfassung, doch der Absturz erfolgt nun umgebremst.

Kreuzbandriss. Schon wieder.  Zum dritten Mal nach 2015 und 2017. Jedes Mal für sich genommen eine Katastrophe, aus der sich der unglaublich sympathische und stets optimistische Flügelflitzer aber mit unglaublicher Willenskraft befreite. Auch eine elend langwierige Leistenverletzung, die ihn in seiner letzten St. Pauli-Saison bis Mitte März 2021 außer Gefecht setzte, steckte er irgendwie weg.

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Für einen neuen Vertrag an der Elbe reichte es dennoch nicht, Miyaichi kehrte heim nach Japan zu den Yokohama F. Marinos. Dort brauchte er die komplette vergangene Saison, um für sich zu werben – und schließlich in der aktuellen wieder gefragt zu sein. 15 Spiele, drei Tore und drei Vorlagen stehen für den 29-Jährigen bisher zu Buche. Mehr wird nicht dazukommen. Leider, leider, leider.

Nach zehn Jahren Abstinenz stand Ex-St. Paulianer Miyaichi wieder in Japans Nationalelf-Kader

Dabei hatte Miyaichi nicht nur im Klub die Kurve gekriegt, er war sogar in die Nationalelf zurückgekehrt nach sage und schreibe zehn Jahren Abstinenz! Beim 3:0 gegen Hongkong, dem 0:0 gegen China und dem 3:0 über Südkorea Ende des Monats war er jeweils zum Einsatz gekommen, alles lief so, wie er es sich einfach nur redlich verdient hatte…

Und jetzt der nächste Niederschlag. So gnadenlos und bitter, dass man kaum weiß, was man sagen soll. Man leidet mit Ryo Miyaichi und wünscht ihm von ganzem Herzen, dass er es noch einmal schafft, nur einmal noch, dem Schicksal, das so finster Schindluder mit ihm treibt, den ausgestreckten Mittelfinger zu zeigen.

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