Sportchef Andreas Bornemann (M.) erklärte das Aus von Mathias Hain (l.) mit inhaltlichen Gründen.
  • Sportchef Andreas Bornemann (M.) erklärte das Aus von Mathias Hain (l.) mit inhaltlichen Gründen.
  • Foto: WITTERS

„Nichts Persönliches“: Wie Bornemann Hains Abschied erklärt

Die Situation war extrem undankbar. Dass Mathias Hain seit vielen, vielen Jahren ein guter Freund von Timo Schultz ist, weiß man längst. Dass der Coach den Ex-Keeper nicht nur deswegen gern als Torwarttrainer beim FC St. Pauli gehalten hätte, ist auch kein Geheimnis. Nun musste der Übungsleiter des FC St. Pauli im Rahmen der Medienrunde am Millerntor die äußerst unangenehme Frage beantworten, ob er sich übergangen fühle bei der Personalie.

Schultz fand die Worte, die es brauchte, um sein Gesicht zu wahren: „Wir treffen alle Entscheidungen zusammen, also bin ich auch involviert gewesen.” Mehr wollte und konnte der 46-Jährige nicht zur Thematik beitragen, stattdessen erklärte Sportchef Andreas Bornemann: „Natürlich geht es um inhaltliche Dinge.” Und da frage man sich in der Retroperspektive: Was kam bei den Torhütern in den letzten Jahren dazu, wo hätten sie sich hin entwickelt?

Kennen sich lange und gut: Timo Schultz (l.) und Mathias Hain (hier im Jahr 2010)
Kennen sich lange und gut: Timo Schultz (l.) und Mathias Hain, hier im Jahr 2010 nach einem 3:0-Sieg gegen Augsburg

Als positive Beispiele nannte Bornemann neben den zahlreichen von Gerry Ehrmann in Kaiserslautern hervorgebrachten Keepern auch den SC Freiburg, wo Oliver Baumann, Roman Bürki, Alexander Schwolow und jetzt Mark Flekken einen großen Schritt nach vorne getan haben.

Hain-Abschied: Bornemann will St. Pauli voranbringen

Er mache Hain überhaupt keinen Vorwurf, meinte Bornemann, aber aus der eigenen Entwicklung könne man Vergleichbares oder Ähnliches eben nicht nachweisen. Das sei „ein inhaltlicher Fakt”, die Entscheidung eben deswegen „nichts Persönliches”. Aber er müsse in seiner Funktion eben Entscheidungen treffen. „Das ist auch nicht immer toll und nicht ganz so spaßig, es den Leuten mitzuteilen”, gestand er. Manchmal wünsche man sich, dass Tage, an denen solche Gespräche anstehen, schnell vorübergehen mögen.

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Dass Geschichten wie Hains Demission mit den Werten des FC St. Pauli kollidieren würden, kann Bornemann indes gar nicht finden. „Ich habe nirgendwo gelesen, dass wir nicht sportlich erfolgreich sein dürfen.” Und sportlich erfolgreich könne man nur sein, wenn man „mit einer gewissen Stringenz und Konsequenz Dinge vorantreibt”.
Schultz hatte dem nichts hinzuzufügen. Das war auch gar nicht nötig. Ihm war mehr als deutlich anzusehen, wie sehr ihm all das zu schaffen macht.

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