Marcel Hartel am Ball
Marcel Hartel am Ball
  • Tatendrang: Marcel Hartel will mit den Kiezkickern eine starke Rückrunde spielen.
  • Foto: WITTERS

St. Paulis Hartel traurig wegen Schultz – Lob für Hürzeler

Es wird sich einiges ändern im Leben von Marcel Hartel im neuen Jahr, einschneidend und schon recht bald, aber das hat rein gar nichts mit Fußball zu tun. Es ist die Erfüllung eines Lebenswunsches und wird ihn in einer ganz neuen Rolle fordern. Doch auch sportlich ist Hartels Wille zur Veränderung groß: Nach einer verkorksten Hinrunde und Platz 15 hat der Mittelfeldmann mit dem FC St. Pauli die Wende im Visier – unter der Regie des neuen Trainer-Teams, das er besser kennt als jeder andere Kiezkicker.

Der zweiten Saisonhälfte, für die sich die Braun-Weißen eine zügige Befreiung aus dem Tabellenkeller mit anschließender Aufholjagd fest vorgenommen haben, blickt Hartel „sehr, sehr positiv“ entgegen, wie er betont. „Wir haben hier ein bisschen was verändert.“ Besagtes Bisschen: Co-Trainer Fabian Hürzeler (29) ist zum Chef befördert, Peter Nemeth (50) als neuer „Co“ verpflichtet worden.

Das sagt Hartel über den neun St. Pauli-Chefcoach Hürzeler

Hartel macht keinen Hehl daraus, dass der Rauswurf von Trainer Timo Schultz und Co-Trainer Loic Favé für ihn „eine traurige Nachricht“ war. „Ich habe mich mit Schulle und auch Loic sehr, sehr gut verstanden. Aber der Verein hat so entschieden und wir müssen es als Mannschaft akzeptieren. Jetzt gehen wir einen anderen Weg mit Fabi und Peter zusammen.“ Fabi und Peter. Man kennt sich.

Hürzeler, in den letzten zweieinhalb Jahren als Co-Trainer der Kiezkicker im Einsatz, sei ohnehin „kein Neuling“, wie Hartel betont. Es sei jetzt nur eine neue Rolle als Chef. „Er macht das sehr, sehr gut.“ Hürzeler bringe seine Ideen ein, „krempelt aber jetzt nicht alles um“ und „bezieht die Mannschaft auch mit ein“.

Hartel kennt St. Pauli-Co-Trainer Nemeth aus Bielefeld

Nemeth dagegen ist für ihn ein alter Bekannter. Hartel hat mit dem Slowaken zwei Jahre lang bei Arminia Bielefeld zusammengearbeitet (2019 bis 2021), wo Nemeth Assistent von Uwe Neuhaus war. Hartel ist voll des Lobes: „Er ist eine sehr offene, lockere Persönlichkeit, die, glaube ich, sehr gut in den Verein passt und gerade auch ins Trainerteam und die Mannschaft.“ Nemeths Stärken: „Die Details sind sein Spezialgebiet. Er achtet sehr auf Kleinigkeiten und technische Feinheiten.“

Überraschend kam die Verpflichtung von Nemeth für Hartel nicht. Er war informiert. „Wir hatten vorher Kontakt und waren im Austausch“, verrät St. Paulis Dauerläufer grinsend. Die Entscheidung, einem jungen Trainer einer jungen Mannschaft einen erfahrenen „Co“ zur Seite zu stellen, erachtet Hartel als sinnvoll. „Ich glaube, die beiden werden sich sehr gut ergänzen, menschlich wie auch sportlich.“

Im Januar soll St. Pauli-Profi Marcel Hartel Vater werden

Hürzeler gilt als fachlich hochkompetent, enorm ehrgeizig und leidenschaftlich. „Wir haben mit Fabi jemanden an der Seite, der hungrig sein wird, hungrig ist und diesen Hunger auch auf die Mannschaft übertragen wird“, ist Hartel überzeugt.

Ein Akzeptanzproblem sieht der 26-Jährige nicht – weder durch Hürzelers vorangegangene Assistenten-Rolle noch durch dessen junges Alter. „Schon als Co-Trainer hat ihn jeder respektiert und jetzt als Chef sowieso.“ Und überhaupt: „Mit seiner Persönlichkeit und wie er auftritt, kommt Fabi etwas erfahrener und reifer rüber als sein Alter auf dem Papier.“

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Ein Reifeprozess steht auch Hartel bevor. Seine Frau Maike und er erwarten im Januar ihr erstes Kind. Seine Teilnahme am Trainingslager in Benidorm (2. bis 9. Januar) sei derzeit aber nicht gefährdet. „Der Stichtag ist danach“, sagt Hartel. Mit seinem Trainer und dem Verein sei alles besprochen. „Wir glauben, dass ich das Trainingslager ganz normal mitmachen kann. Sollte irgendwas sein, werde ich nach Hause fliegen.“

Wichtiger ist ohnehin, dass Hartel beim Rückrundenstart in Nürnberg am 29. Januar und in den Trainingstagen davor voll und ganz dabei sein kann.

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