Verheiratet ist er schon, jetzt ist Afeez Aremu auch auf dem Weg zum Stammspieler bei St. Pauli.
Verheiratet ist er schon, jetzt ist Afeez Aremu auch auf dem Weg zum Stammspieler bei St. Pauli.
  • Verheiratet ist er schon, jetzt ist Afeez Aremu auch auf dem Weg zum Stammspieler bei St. Pauli.
  • Foto: WITTERS

Nach „großem Schmerz“: Aremu startet bei St. Pauli durch

In seiner ersten Saison außen vor, im zweiten Anlauf mittendrin – und zuletzt sogar von Beginn. Afeez Aremu startet beim FC St. Pauli gerade durch. Es läuft auf dem Platz – weil es auch im Leben des 21-Jährigen läuft. Jetzt träumt er sogar von der Nationalmannschaft.

Wenn die Kiezkicker nach der Länderspielpause am Samstag in Hannover antreten, wird Aremu nach Stand der Dinge zum zweiten Mal in dieser Saison und in Serie in der Startelf stehen. Da Eric Smith noch immer verletzt ist, bleibt der Nigerianer die erste Wahl auf der Sechser-Position.

„Ich fühle mich gut, bin jetzt in meinem Körper“, sagt der Mittelfeldmann auf Englisch und klopft sich auf die Brust. Die ist breit nach seinem jüngsten starken Auftritt gegen Regensburg (2:0). 

Start von Afeez Aremu bei St. Pauli lief holprig

Körperlich topfit, aber vor allem seelisch im Gleichgewicht. Sein Start bei St. Pauli nach dem Wechsel vom norwegischen Klub Kristiansand misslang. „Es war schwierig, von einem Land ins andere zu kommen“, sagt Aremu rückblickend. Dennoch habe er im ersten Jahr „viel gelernt“.

Ein Heimat-Urlaub im Endspurt der Vorsaison brachte bekanntlich die Wende. „Das war sehr wichtig für mich“, betont Aremu jetzt. Eineinhalb Jahre lang hatte er seine Familie und seine Freundin in Nigeria nicht gesehen, was ihm noch mehr zusetzte als seine Reservistenrolle. 

„Mein Schmerz war groß“, erzählt er offen. St. Paulis sportliche Leitung habe das verstanden. „Ich danke ihnen, dass sie mir erlaubt haben, nach Hause zu reisen.“ 

Hochzeit in der Heimat sorgte für Rückenwind bei Aremu

Wie verwandelt kehrte Aremu zur Saisonvorbereitung zu St. Pauli zurück. Er hatte in der Heimat geheiratet. „Ich versuche gerade, meine Frau nach Hamburg zu holen“, berichtet er. „Ich vermisse sie und meine Familie.“ So oft wie möglich mache er „Facetime“.

Ansonsten fehle ihm nichts. „Es gibt ja viele afrikanische Läden und Restaurants in Hamburg“, sagt er lächelnd und verrät: „Ich koche gerne.“ Heimatküche.

Auf seine afrikanische Herkunft ist er stolz und das gelte auch für seine markanten Narben im Gesicht. „Die hatte ich schon als Baby“, sagt Aremu. Es seien „Tribal Marks“, Stammes-Zeichen. Er gehört den Yoruba an.

Ein sportlicher „Traum“ sei die Nationalmannschaft. „Ich denke, ich habe eine Chance“, sagt Aremu, der 2019 drei Spiele für Nigerias U20 bestritten hat. Dafür müsse er regelmäßig im Verein spielen. 

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Große Ambitionen hat er auch mit St. Pauli. „Jeder hier träumt davon, in der Bundesliga zu spielen“, sagt Aremu frei heraus. „Wir müssen hart arbeiten und gut spielen.“ Das gilt auch für ihn selbst, will er sich dauerhaft gegen Smith durchsetzen. „Nur einer kann spielen“, weiß Aremu. Den Konkurrenzkampf sieht er positiv. „Das macht dich besser.“

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