Ziereis und Burgstaller
  • Heißes Duell der Ex-Kollegen: Philipp Ziereis (l.) gegen Guido Burgstaller (M.) in der österreichischen Bundesliga.
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Ein echter Aufsteiger und viele Schmerzen: So läuft es für St. Paulis zehn Abgänge

Die Kiezkicker laden gerade ihre Akkus für den Trainingsstart am 9. Dezember auf, die sportliche Leitung überlegt, wie man die Krise bewältigt. Winter-Zugänge dürften ein Teil der Lösung sein. Aber wie geht es eigentlich den Spielern, die den FC St. Pauli vor der Saison verlassen haben? Zehn an der Zahl. Die MOPO zieht eine Bilanz der Sommer-Abgänge. Von B wie Burgstaller bis Z wie Ziereis.

Guido Burgstaller: Was wäre Rapid Wien ohne den Sturm-Routinier? Der 33-Jährige hat alle 16 Saisonspiele in der österreichischen Bundesliga bestritten (achtmal Kapitän), dabei zehn Treffer erzielt – Platz zwei in der Torschützenliste. Zwischenzeitlich lief es für „Burgi“ nicht rund, aber in den letzten vier Spielen hat er sechs Tore erzielt. Als Tabellenvierter hinkt Rapid den eigenen Ansprüchen hinterher, hat im Oktober den Trainer gewechselt. Im Pokal stehen die Wiener im Viertelfinale.

Burgstaller, Ziereis, Becker, Makienok & Co. mit unterschiedlichen Bilanzen bei ihren neuen Klubs

Finn Ole Becker: Zwei Bundesligaminuten für die TSG Hoffenheim – das war’s. Der 22-Jährige hatte sich sicher etwas mehr erhofft. Immerhin saß er in den letzten sieben Liga-Spielen auf der Bank. Ein Fortschritt. Sieben Spiele hat er für die TSG-Reserve in der Regionalliga absolviert (ein Tor, zwei Assists). Die Konkurrenz bei den Profis ist groß, Becker wird wohl auch in der Rückrunde vor allem um Kurzeinsätze kämpfen. Eine Leihe scheint nicht ausgeschlossen.

Rico Benatelli: Der Mittelfeldmann ist bei Austria Klagenfurt wie auch zuvor bei St. Pauli vor allem Einwechselspieler, bestritt für den Tabellensechsten der österreichischen Bundesliga nur zwei seiner zehn Partien (ein Assist) von Anfang an. Im Pokal stand der 30-Jährige zweimal in der Startelf und steht mit Klagenfurt im Viertelfinale.

IMAGO/Eibner Die Hinrunde beim 1. FC Nürnberg nahm für James Lawrence ein bitteres Ende.
James Lawrence
Rico Benatelli (r.) spielt bei Austria Klagenfurt bisher nur eine Nebenrolle.

Christopher Buchtmann: So überraschend sein Engagement bei Drittliga-Aufsteiger VfB Oldenburg kam, so tragisch verlief sein Debüt. Nur zwei Tage nach Bekanntgabe der Verpflichtung Ende August zog sich Buchtmann im Spiel gegen Duisburg einen Wadenbeinbruch zu. Mitte November hat der auch beim Kiezklub oft von Verletzungen geplagte 30-Jährige sein Comeback gegeben – mit einem Kurzeinsatz.

Maximilian Dittgen: Es geht noch bitterer. Auch Dittgen (27) stieg freiwillig in die Dritte Liga ab, schloss sich dem FC Ingolstadt an – für den er noch keine Minute gespielt hat. Nachdem den Offensivmann zu Beginn der Saisonvorbereitung eine Oberschenkelverletzung außer Gefecht gesetzt hatte, brach diese bei seinem Wiedereinstieg ins Training im September erneut auf. Es war sogar eine OP nötig.

Daniel-Kofi Kyereh: Seine Erfolgsstory ist bekannt. Wechsel zum SC Freiburg, bislang neun Bundesligaeinsätze (zwei Tore), vier Europa-League-Spiele (ein Tor, ein Assist) und aktuell ist der 26-Jährige mit Ghana bei der WM. Von allen Abgängen der einzige echte Aufsteiger. Und was für einer!

James Lawrence: Bei St. Paulis Liga-Rivale Nürnberg avancierte der 30-Jährige sofort zum Stammspieler (14 Startelf-Einsätze). Im letzten Hinrundenspiel gegen Paderborn zog er sich einen Innenband- und Innenmeniskus-Riss im Knie zu und musste operiert werden – drei Tage, nachdem er überraschend nicht für den WM-Kader von Wales nominiert worden war.

IMAGO/Eibner Die Hinrunde beim 1. FC Nürnberg nahm für James Lawrence ein bitteres Ende.
James Lawrence
Die Hinrunde beim 1. FC Nürnberg nahm für James Lawrence ein bitteres Ende.

Simon Makienok: Der 2,01-Meter-Riese suchte lange einen Klub, unterschrieb erst nach dem sechsten Spieltag der dänischen Superliga bei AC Horsens. Makienok (32) ist in zehn Spielen zum Einsatz gekommen, aber nur viermal von Beginn an. Mehr als ein Assist ist dem Stürmer nicht gelungen.

Sebastian Ohlsson: Der 29-Jährige unterschrieb Ende September einen Vertrag bei seinem Heimatklub IFK Göteborg. Eingesetzt werden darf er allerdings erst in der kommenden Saison, die in Schweden im April beginnt.

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Philipp Ziereis: Der letztjährige St. Pauli-Kapitän ist beim österreichischen Erstligisten Linzer ASK als Abwehrchef gesetzt, machte 14 von 16 Spielen von Anfang bis Ende. Am 6. November kam es zum Duell zwischen Ziereis und Burgstaller. Letzterer schoss das Tor zum 1:0-Sieg, dafür liegt Ziereis in der Tabelle als Dritter vor Burgstallers Wienern. Sportlich läuft es für den 29-Jährigen, emotional ist die Fallhöhe nach neun Jahren Millerntor gewaltig. Der LASK spielt im Schnitt vor 5000 Zuschauern…

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