Alberto G. (St. Pauli III) sieht die Rote Karte
Alberto G. (St. Pauli III) sieht die Rote Karte
  • Nach Attacke gegen Falke-Spieler: Alberto G. aus St. Paulis dritter Mannschaft sieht die Rote Karte.
  • Foto: Olaf Both

Prügel-Skandal: Emotionales Statement von Amateur-Team des FC St. Pauli

Sie sagen von sich selbst, sie wären keine Profis, weder im Fußball noch beim Schreiben von Pressemitteilungen. Mit ihrem kürzlich publizierten Statement zu den hinlänglich debattierten und unzweifelhaft skandalös anmutenden Vorfällen beim Bezirksligaspiel beim HFC Falke aber haben alle Mitglieder der dritten Mannschaft des FC St. Pauli Eindrucksvolles geleistet.

In Kürze noch einmal die Schilderung der Ereignisse, die einer bis dahin völlig unbescholtenen Amateur-Mannschaft um die Ohren geflogen sind: Bei der Partie beim HFC Falke (0:3), der 2014 bekanntlich aus dem Umfeld des HSV entstanden ist, flog unter anderem Kiezkicker Alberto G. mit Rot vom Platz, weil er den gegnerischen Spieler Hendrik E. mit einem Faustschlag so schwer verletzt hatte, dass der mit Gehirnerschütterung und Fraktur der Augenhöhle ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Rigorose Bestrafung für Spieler und Mannschaft des FC St. Pauli

Das Sportgericht des Hamburger Fußball-Verbandes hatte am Freitag das drakonische Strafmaß verkündet: Alberto G. wurde für vier Jahre sperrt, dem FC St. Pauli III werden zudem drei Punkte abgezogen. Was zur Folge hat, dass die Braun-Weißen die Tabellenführung der Staffel Nord an den SC Sperber abgeben müssen.

Das Statement, das die Mannschaft nun auf Facebook postete, kann man mit der großen Überschrift „Es tut uns leid“ versehen. Es beinhaltet emotionale Entschuldigungen beim HFC-Spieler, beim Verein Falke, beim Schiedsrichter, beim HFV und beim eigenen Verein und setzt sich mit den zahlreichen Folgen auseinander. Für den Teamgeist, für die bisher geleistete Arbeit in sozialen Projekten, aber auch für den Übeltäter, der offenbar massiven rassistischen Beleidigungen ausgesetzt war und ist.

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„Er ist noch immer ein Mensch und es tut ihm ebenfalls alles unendlich leid“, heißt es dort. „Er hat in einem bedrohlichen Moment die Kontrolle verloren und etwas Unverzeihliches getan. Aber wir können bezeugen, dass er zu jedem anderen Zeitpunkt fußballerisch und menschlich eine Bereicherung für unsere Mannschaft war.“ Für die Zukunft hoffen alle, dass alsbald wieder Normalität einkehren kann: „Wir möchten euch herzlich zu unseren Spielen einladen, damit ihr euch selbst davon überzeugen könnt, dass wir durch und durch faire Fußballer sind und hinter allem stehen, was den FC St. Pauli ausmacht.“

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