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Oladapo Afolayan und Connor Metcalfe Arm in Arm nach dem Sieg in Berlin
  • Ein Herz und eine Seele: Oladapo Afolayan und Connor Metcalfe waren nach dem Sieg überglücklich.
  • Foto: WITTERS

„Bester Fußball des Jahres“: Warum St. Paulis Sieg in Berlin ein Statement war

Ja, natürlich gibt es auch für dieses Spiel nur drei Punkte. Und ja, es sind erst acht Partien absolviert. Trotzdem war das 2:1 des FC St. Pauli am Samstagabend bei Hertha BSC weit mehr als ein Sieg. Denn die Art und Weise, wie der neue Tabellenführer einen Erstliga-Absteiger vor einer riesigen Kulisse beherrschten, kam einem Statement gleich: Der Weg in die Bundesliga führt in dieser Saison unweigerlich über Braun-Weiß.

Mitunter ist es schon sehr interessant, wie die Selbstwahrnehmung der Protagonisten nach dem Abpfiff so ausfällt. Seine Mannschaft, analysierte Hertha-Coach Pál Dárdai, habe die erste Halbzeit „verschenkt“, sei aber nach der Pause „besser im Spiel“ gewesen und hätte mittels Lucky Punch sogar noch ein Remis erreichen können, „auch wenn wir das gegen einen deutlich besseren Gegner nicht verdient gehabt hätten“.

Eric Smith begeistert von St. Paulis Leistung

Von der Tribüne aus hatte man einen anderen Eindruck des Geschehens bekommen. St. Pauli, das durch Johannes Eggestein in einer souverän geführten ersten Hälfte in Führung gegangen war (25.) und eigentlich einen Elfmeter hätte bekommen müssen (35.), spielte die Hausherren zwischen Minute 46 und 83 teils an die Wand. „Die ersten 20 Minuten nach der Pause haben wir den besten Fußball dieses Jahres gespielt“, befand Eric Smith – und gar niemand wollte ihm widersprechen.

St. Pauli lässt zahlreiche Chancen liegen

Schon weit, bevor Marcel Hartel das überfällige und zumindest kurzzeitig erlösende 2:0 per mustergültigem Kopfball glückte (74.), hätten die Gäste das Spiel zumachen können, ja müssen. „Wenn wir das zweite Tor früher machen, haben wir einen ruhigeren Abend“, analysierte Trainer Fabian Hürzeler. „Ich glaube, dass wir einfach effektiver sein müssen. Wir hatten so viele Tormöglichkeiten, gerade in der zweiten Halbzeit.“

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24:8 Abschlüsse zugunsten St. Paulis wies die offizielle DFL-Statistik später aus und belegte damit auch, was Hürzeler unterstrich: „Das Wichtigste ist diese defensive Stabilität, die wir an den Tag gelegt haben, dass wir so gut wie keinen Torschuss zugelassen haben.“ Ehe Derry Scherhant einen Fehler von Jackson Irvine zum Anschluss nutzen konnte (83.), hatte Nikola Vasilj im Kiezklub-Kasten lediglich bei einem Distanzversuch von Fabian Reese (78.) wirklich eingreifen müssen.

Für St. Paulis Hauke Wahl war es „ein unfassbares Spiel“

Dass die Hamburger im Hexenkessel Olympiastadion vor 66.113 Fans (Hürzeler: „Ich weiß nicht, wie viele von uns schon mal vor einer solchen Kulisse gespielt haben“) nach dem Gegentreffer die Ruhe bewahrten und keine Ausgleichschance mehr zuließen, veranlasste Hauke Wahl zur Feststellung, dass man „von der ersten bis zur 90. Minute ein unfassbares Spiel“ gemacht habe.

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Doch die Erdung folgte prompt. „Die Momentaufnahme mit der Tabellenführung ist schön, aber wir sind jetzt noch mehr gefordert und es sagt aktuell nichts aus“, mahnte der Innenverteidiger. Worte, die von allen St. Paulianern nach der Begegnung zu hören waren und ebenso nachvollziehbar wie richtig sind. Dennoch: Was durchaus Aussagekraft hat, ist die Tatsache, dass der Kiezklub in der ganzen Saison und übergreifend sogar seit 13 Partien ungeschlagen ist. Und, dass mit jedem weiteren Erfolgserlebnis die Brust in die Breite wächst. „Definitiv haben meine Jungs ein Kompliment verdient“, sagte dann auch Fabian Hürzeler und ergänzte: „Sie fahren positive Ergebnisse ein, und das bringt sie natürlich immer einen Schritt weiter.“

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